Mathias Brodkorb, Katja Koch

Der Abiturbetrug

Vom Scheitern des deutschen Bildungsföderalismus. Eine Streitschrift
Cover: Der Abiturbetrug
zu Klampen Verlag, Springe 2020
ISBN 9783866746169
Gebunden, 152 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Das deutsche Abitur war jahrzehntelang ein Qualitätssiegel. Bildung "made in Germany" genoss hohes Ansehen in der Welt und versprach mit dem Abitur als ihrem schulischen Höhepunkt freien Hochschulzugang und gesellschaftlichen Aufstieg. Wird das Versprechen heute noch eingehalten? Das Bild, das die Schulen und die von ihnen vergebenen Abschlüsse bieten, gibt eine eindeutige Antwort: Kaum jemand kann noch darüber hinwegsehen, dass das Leistungsniveau in deutschen Schulen nicht nur in alarmierendem Maße sinkt, sondern im Vergleich der Bundesländer auch noch eklatante Unterschiede aufweist. Obwohl das bildungspolitische Chaos und die skandalöse Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem offensichtlich sind, herrscht über die entscheidende Ursache für den Niedergang weitgehend Unklarheit. Katja Koch und Mathias Brodkorb zeigen, dass der mit guten Gründen vor siebzig Jahren eingeführte Bildungsföderalismus inzwischen absurde Blüten treibt: Während einige Bundesländer hohe Anforderungen stellen, machen es andere ihren Abiturienten leicht. So hängt das Abiturergebnis heute eher von der Gnade der Geburt als von der schulischen Leistung ab. Leidtragende sind nicht nur Schüler und ihre Eltern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2020

Uwe Ebbinghaus hat große Zweifel an der Umsetzbarkeit des von Mathias Brodkorb und Katja Koch in ihrer Streitschrift gegen Bildungsföderalismus befürworteten Zentralabiturs. Wirklichkeitsfern nennt er die Ideen im Buch, weil kaum jemand sich ernsthaft dafür erwärmen wird können, das Abi-Niveau anzuheben, um die Abiturientenquote zu senken, so Ebbinghaus. Technokratisch den Zentralismus fordernd können die Autoren den Rezensenten nicht überzeugen. Für ihn bleiben gute Lehrer und "soziale Voraussetzungen" ausschlaggebend für gute Noten, nicht der Zentralismus. Der würde nur noch mehr Konflikte erzeugen als die jetzige "föderalistische Ungleichheit", glaubt Ebbinghaus.
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