Rainer Bölling

Kleine Geschichte des Abiturs

Cover: Kleine Geschichte des Abiturs
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010
ISBN 9783506769046
Kartoniert, 211 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Seine "sittliche Aufführung war guth", bescheinigte sein Reifezeugnis Karl Marx. Bismarck war mit seinem Gymnasium sehr zufrieden, während Wilhelm II. als Abiturient über 11stündige Arbeitstage klagte. Ein Bildungsexperte verurteilte 1910 die Abituranforderungen als "verwerfliches und unsittliches Folterverfahren". Konrad Adenauer entzog sich dem wenigstens zum Teil - er brachte die Abituraufgaben Deutsch und Latein schon vorher in Erfahrung. Das Buch führt vom ersten Abiturreglement in Preußen 1788 bis zur Oberstufenreform der 1970er Jahre und den aktuellen Neuerungen Zentralabitur und G 8. Es ist ein weiter Weg, der hier nachgezeichnet wird, vom Tor zur Universität für eine verschwindend kleine Bildungselite im 19. Jahrhundert bis zur Erlangung der Hochschulreife für 45 Prozent eines Jahrganges heute.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2010

Als Leidensgeschichte liest Rezensent Jürgen Kaube die vorliegende Geschichte des Abiturs. Schließlich dokumentiert Rainer Bölling hier auch, wie Beschränkungen und Prüfungsanforderungen die Schüler seit Einführung des Abiturs 1834 in Preußen traktierten. Schon darum empfiehlt Kaube das Buch zur Lektüre vor dem Abitur (geteiltes Leid...). Kaube entdeckt in dem kompakten, trocken erzählten Text, der sich, wie er uns warnt, vor allem für Regularien und Schulorganisation interessiert, aber auch Erhellendes zu aktuellen Themen, wie zur Frage nach dem Zentralabitur. Kaube erkennt: Selbst der Streit um acht oder neun Jahre Gymnasium ist ein alter Hut, und gelernt hat man daraus wenig.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.04.2010

Dieser historische Abriss über das Abitur, den Autor Rainer Bölling geschrieben hat, bringt Johan Schloemann ins Plaudern. Oder auch "das Abi", wie der Rezensent gern schreibt, wenn er nacherzählt, wann welche Fächer aus der prüfungsordnung genommen wurden und seit wann keine Aufsätze mehr in Latein geschrieben werden müssen. Für ihn summiert sich das, was Bölling zusammengetragen hat, "zu einer bürgerlichen Bildungs- und Mentalitätsgeschichte". Trotzdem ist das Buch seiner Einschätzung nach keineswegs als "Kulturgeschichte" angelegt. Bölling orientiert sich an den Fakten und gibt diese chronologisch wieder. Damit liefert er nach Meinung des Rezensenten allenfalls den "Rahmen" für den jeweiligen mentalitätsgeschichtlichen, politischen und sozialen Subtext, den sich der Leser durch die Lektüre selbst erschließen kann.
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