Martyna Linartas
Unverdiente Ungleichheit
Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann

Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498007355
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR
ISBN 9783498007355
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR
Klappentext
In kaum einem anderen westlichen Land ist Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Die Schere geht immer weiter auf - aufgrund steigender Mieten und Lebensmittelpreise, weil heutzutage jeder Paketzusteller prozentual mehr von seinem Lohn abgibt als ein Milliardär, aber auch, weil Steuern auf Vermögen runtergeschraubt werden und die Reichen unaufhörlich reicher werden. Diese Ungerechtigkeit ist gesellschaftliches Dynamit. Reichtum durch Arbeit? Fast unmöglich. Jeder ist seines Glückes Schmied? Nur im Märchen. Deutschland ist zu einer Gesellschaft verkommen, in der Reichtum in der Familie bleibt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2025
Rezensent Gerald Wagner vermisst ein grundschlagendes Fazit in Martyna Linartas Streitschrift über die Erbengesellschaft und die lächerlich geringe Ebrschaftssteuer in Deutschland. Was die Autorin schreibt, findet Wager zwar richtig, allerdings auch hinlänglich bekannt. Auch der polemische Ton stört ihn nicht, untermauert Linarta ihren Text doch mit allerhand Statistiken. Linartas Vorschlag eines Grunderbes erscheint Wagner angesichts von 300 Seiten Argumentation allerdings zu wenig. Und wieso die Autorin anstatt mit reichen Erben wie Felix Klatten lieber mit Wirtschaftsmanagern gesprochen hat, erschließt sich Wagner auch nicht.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 10.05.2025
Rezensent Michael Wolf schließt sich dem, was Martyna Linartas hier über die Rolle von Erbschaften bei der Entstehung von Ungleichheit ausführt, weitgehend an. Die Politikwissenschaftlerin Linartas beschreibt, erfahren wir, wie Erbschaften eine Form von Ungleichheit zementieren, die nicht auf Leistung basiert - wobei die Superreichen, Linartas hat einige von ihnen für dieses Buch befragt, genau dies nach wie vor behaupten. Tatsächlich aber, argumentiert die Autorin, und unterfüttert das Wolf zufolge mit Daten und wissenschaftlichen Belegen, beruht die ungleiche Vermögensverteilung auf Lobbyarbeit der Reichen. Was dagegen tun? Linartas plädiert in diesem eine breite Öffentlichkeit adressierenden, mit Temperament, Humor und Wut im Bauch geschriebenen Buch für eine wirkungsvolle Vermögenssteuer und eine Auszahlung der Einnahmen an alle jungen Menschen. Ob das realistisch ist, weiß Wolf zwar nicht, aber gleichwohl gelinge es der Autorin hier, den geläufigen Argumentationen gegen eine Umverteilung der Vermögen viele vernünftige Argumente entgegenzusetzen.
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