Sebastian Klein ist durch den Verkauf der App Blinkist über Nacht Multimillionär geworden - und hat daraufhin 90 Prozent seines Vermögens abgegeben. Denn er ist überzeugt, dass großer Reichtum unserer Gesellschaft schadet. In seinem Buch erklärt er, warum große Vermögen in den Händen von Einzelpersonen zutiefst undemokratisch sind, den Klimawandel befeuern und soziale Ungleichheit antreiben. Damit wirft er ein Schlaglicht auf ein Thema, das die Politik gerne in einen Mantel des Schweigens hüllt: die Superreichen und ihre Rolle in dieser Gesellschaft. Warum werden ausgerechnet diese Menschen von der Erbschaftssteuer befreit? Warum wird Arbeit höher besteuert als Vermögen? Und warum können manche Menschen mit dem Privatjet zu Taylor Swift jetten, während andere in Armut leben und ihre Heizrechnung nicht bezahlen können?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2025
Rezensent Rudolf Walther scheint Sebastian Kleins Diagnosen in diesem Buch zuzustimmen, die dahinterstehenden Analysen überzeugen ihn freilich nicht. Klein wuchs in nicht allzu wohlhabenden Verhältnissen auf. Durch den Verkauf der Buchzusammenfassungs-App "Blinkist" wurde er mehr oder weniger über Nacht zum Multimilliönär und investierte in der Folge einen Großteil seines Vermögens in soziale Projekte. In diesem Buch entwickelt er entlang seiner eigenen Biografie die These, dass der Reichtum in der Gesellschaft zu ungleich verteilt ist, was vor allem an der steuerlichen Bevorzugung bereits bestehenden Vermögens liegt. Die Kritik an dieser Situation leuchtet Walther ein, aber wie Klein und dessen Co-Autorin zur Bekämpfung des Übels auf basisdemokratische Reformen setzen, wirkt auf ihn "politisch eher ahnungslos und ohnmächtig". Statt dessen hätte sich der Kritiker gern etwas mehr marxistische Kritik am Wachstumsparadigma gewünscht.
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