Tiziano Terzani

Das Ende ist mein Anfang

Ein Vater, ein Sohn und die große Reise des Lebens
Cover: Das Ende ist mein Anfang
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2007
ISBN 9783421042927
Gebunden, 411 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Christiane Rhein. Tiziano Terzani hat als langjähriger Korrespondent des Spiegel-Magazins unser Bild von Asien mit geprägt. Das damals noch unzugängliche China kannte er wie kaum ein anderer westlicher Journalist, im asiatischen Denken war er seit langem zu Hause. Als nach längerer Krebserkrankung sein Tod naht, lädt der 65-jährige Terzani seinen Sohn Folco zu sich ein, um Abschied zu nehmen. In einem langem Zwiegespräch erzählt der Vater dem Sohn von seinem bewegten Leben zwischen Europa und Asien und von der Auseinandersetzung mit Krankheit und dem Sterben. Es entspinnt sich ein Dialog über das Leben und die Begegnung mit dem Tod, über Abschied, Trauer und Verlust, aber auch über Hoffnung und Wiederkehr.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.09.2007

Kein Buch habe bisher einen derart detaillierten Blick auf das Leben dieses rebellischen und fantasievollen Journalisten gegeben, wie dieses posthum herausgegebene, schreibt Rezensentin Bernadette Conrad. Grundsätzlich genoss sie es, dieses "kreative Leben" lesend noch einmal nachzuvollziehen. Trotzdem hat sie einige kritische Anmerkungen. Schon die Fotos, die dieses Leben beglaubigen sollen, findet sie zwar schön, aber verzichtbar. Besonders stören sie aber die Gespräche des Todkranken mit seinem Sohn, die für sie das imaginäre Schild "Besucher unerwünscht" tragen. Zu intim ist ihr hier manches, aber dann gefällt ihr auch die Rolle nicht, die sich Terzianis herausgebender Sohn und Gesprächspartner selbst gegeben hat: die des "teils fragenden Sohns, teils staunenden Schülers". Dies nämlich verstärke, was immer auch schon zu den Gefährdungen der Texte Tiziano Terzianis gehört habe: dass schöne Einfachheit manchmal in die Vereinfachung kippe. Aber weil das Buch dann am Ende doch noch mal "einen schönen Aufschwung" nimmt und den Blick frei gibt auf einen aufrichtigen Geist und begnadeten Journalisten, ist die Rezensentin am Ende versöhnlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2007

Respektvoll, doch nicht überzeugt, lässt das Buch den Rezensenten zurück. Den Rat, wie gelassen zu sterben sei, möchte Michael Pawlik offenbar am liebsten ausklammern aus Tiziano Terzanis Lebensbericht. Allerdings scheint, was als "Geschichte einer großen Desillusionierung" (einer zukunftsgläubigen Generation, zu der der junge Asien-Korrespondent Terzani gehörte) beginnt, genau darauf hinzuleiten. Pawlik folgt der Konzentration des Autors auf die inwendige Revolution mit zunehmenden Zweifeln, ob nicht der "Skandal des Todes" zwecks Erlösungsglück vom krebskranken Autor schlicht "wegretuschiert" worden sei. Das von Terzani zelebrierte Leben und Tod umspannende Ganze erscheint dem Rezensenten ungeeignet, die Frage nach Leid und Tod einfach zu eliminieren.
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