Jung und Jung Verlag, Salzburg 2026
ISBN
9783990274514 Gebunden, 128 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Dieses Buch wirft einen Blick in die rätselhafte Welt eines Mädchens. Aller Mädchen!Das Mädchen ist ein wundersames Wesen. Es lebt in einer Welt, die allen anderen verschlossen ist, bevölkert von seltsamen und monströsen Dingen. Von Pferdezeitschriften, besten Freundinnen und Zahnlücken, von Tieren mit und ohne Fell, schrumpfenden Kleidungsstücken und Löchern überall. Wer dieser Welt entwachsen ist, blickt später darauf zurück, als wäre es ein Traum voller Schrecken und seltsamer Erscheinungen gewesen. Dabei ist es harte Realität, kein Wunderland. Eine Geschichte allerpersönlichster Erlebnisse, die sie mit allen anderen Mädchen teilt.
Marlen Mairhofers Debüt erinnert mit Titel und Cover stark an Alice im Wunderland, ist aber eher"literarisches Palimpsest" als Neuerzählung, findet der überzeugte Rezensent Tino Schlench. Rund vierzig Prosaminiaturen hat die österreichische Autorin hier versammelt, in denen sie mit ihrer Protagonistin Alice nicht nur deren Kindheit, sondern Kindheit und Jugend junger Mädchen insgesamt erzählt, mit vielen Zeitsprüngen und starken Bildern, wie Schlench festhält. Alice "fällt in die Liebe hinein und aus der Liebe heraus", aber sie fällt auch betrunken auf den Gehweg oder "über ein Stück Kuchen her", der Kritiker freut sich über diese klugen Reihungen, von denen es im Buch einige gibt. Assoziationen und changierende Eindrücke spielen eine große Rolle, lesen wir, besonders bei den Texten, in denen das Kind Alice sich vom Vater erzählen lässt, dass die Insel, auf der sie urlauben, von tausenden miteinander verbundenen Hasenhöhlen durchzogen ist. Schlench sieht hier eine Menge Theorie-Anspielungen von Deleuze bis Foucault. Bis auf wenige Ausnahmen gefallen ihm die Texte sehr gut und selbst die, die "arg zeitgeistige" Diskussionen aufgreifen, machen Spaß, weil Mairhofer ihr Handwerk einfach versteht, lobt er.
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