Julian Schutting

Die Liebe eines Dichters

Roman
Cover: Die Liebe eines Dichters
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2012
ISBN 9783990270264
Gebunden, 316 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Die Tage, die Nächte, die Jahreszeiten und die Jahre selbst - was auch immer sie bringen, alles ist erfüllt, gesehen und erkannt im Gedenken und in Gedanken an die geliebte Frau. Das Glück, die Zweifel, die Schmerzen, der Trost, alle Empfindungen sind gebunden an sie. Was sie zulässt, was sie verweigert, das bestimmt den Herzschlag, den Schlaf oder Nicht-Schlaf. Derjenige, dem diese Liebe widerfahren ist, ist Schriftsteller, er ist Dichter, und natürlich heißt das, dass alle Wahrnehmungen Sätze werden wollen, Beobachtungen, kleine Szenen, auch Gedichte. Hier ist ein heimlicher Troubadour am Werk, ein Meister der Courtoisie, ja der Verehrung. Die flüchtigen Gesten, die kleinen und die großen Dramen, hier ein Wink, da eine Kränkung, dort ein unerfüllter Traum - Julian Schutting versteht es, aus all dem ein Liebes-Buch entstehen zu lassen, das uns noch einmal an die großen Gefühle erinnert, die keinen Alltag kennen. Und daran, wie aus dem Alltag das Unalltägliche werden kann, wenn wir den Gefühlen ihr Recht lassen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2013

Ein Mann bringt seine Erlebnisse mit einer Geliebten zu Papier - und dies mit einer literarischen Inbrunst, dass er nicht einmal durch die Geliebte selbst dabei gestört zu werden wünscht. In seiner den poetischen Implikationen und Mechanismen feinfühlig nachspürenden Rezension dieses bereits im ersten Satz als "Liebes-Nichtroman" klassifizierten Buches sieht Martin Kubaczek darin auch "die hohe Kunst der Minne fortgeführt". Im Zentrum stehe dabei das Festhalten des Erlebten mittels einer ausdifferenzierten, präzisen Sprache, die das Überdauern ermögliche - zumal auch, da sich in das Geschehen die Verabschiedung der Geliebten aus dem Leben des Liebenden schleicht: Das eigentliche Drama, das der Einsame in seiner Schreibstube in Worte fasst, erklärt der Rezensent, der seine Lektüre mit großer Bewunderung für Schuttings Sprachvermögen beschließt.
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