Aus dem Englischen von Sabine Ludwig. Für Kinder ab zehn Jahren. London, 1910: Maia erfährt, dass sie zu ihren letzten lebenden Verwandten nach Brasilien geschickt wird. Gemeinsam mit Miss Minton, der neuen Gouvernante ihrer exotischen Cousinen, reist sie voller Vorfreude in das unbekannte Land. Doch nicht in ihren wildesten Träumen hätte Maia sich vorstellen können, welche Erlebnisse und Abenteuer sie an den Ufern des Amazonas erwarten!
Karla Schneider muss zugeben, dass sie Eva Ibbotsons Waisengeschichte anfangs nicht besonders viel abgewinnen konnte. Die Geschichte um die Internatsschülerin Maia, die es mit einer Gouvernante als Schutzengel in den Amazonas verschlägt, erschien ihr wie das von "allein kochende Gericht: Kolportage an gut durchgemixtem Exotikrand mit Verfolgungssauce". Doch im Vergleich zu den unzähligen Waisengeschichten, die sonst noch auf dem Markt sind, findet die Rezensentin, schneidet Ibbotsons Geschichte verhältnismäßig gut ab. Immerhin respektiere sie das Böse und mache keine Popanze aus den Übeltätern, so dass die Erzählung ihre dritte Dimension behalte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2003
Siggi Seuss hält Eva Ibbotsons neues Kinderbuch für "wunderbares Lesefutter". Das Buch schildert die aufregende Reise des Mädchens Maia vom London der Jahrhundertwende in den brasilianischen Regenwald, fasst Seuss zusammen. Besonders die Diskrepanz zwischen dem strengen "Milieu des viktorianischen Zeitalters" und der "unermesslichen Farbenpracht des exotischen Lebens" im Dschungel scheint es Seuss angetan zu haben. Ibbotson schaffe es mit ihrer Phantasie alle Sinne anzusprechen. Durch eine "altmodische Dramaturgie" klar strukturiert, sei das Buch auch ein "tugendhafter Entwicklungsroman", der Rousseausche Erziehungsideale verwirklicht, meint Seuss und fordert die Aufnahme Maias "in die Ehrenriege der britischen Kinderliteraturhelden".
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