Julia Blesken

Ich bin ein Rudel Wölfe

Roman
Cover: Ich bin ein Rudel Wölfe
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2009
ISBN 9783902497567
Gebunden, 223 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Sie macht sich auf in die Stadt, nach Berlin, aber sie ist nicht allein, sie hat ihre Kindheit bei sich, im Kopf, in den Erinnerungen, im flatternden Herzen. Es ist das Dorf, das sie nicht vergessen wird, niemals, die Straße, auf der sie mit der Mutter gehen musste, der Teich, an dem sie mit dem Vater saß, das Haus. Und es ist der Bruder, der engste Vertraute und Komplize ihrer frühen Jahre, mit dem sie den Sinn für Licht, Grün und Wolken teilte und mit dem sie einen Pakt geschlossen und den sie doch zurückgelassen hat. Dies ist ein Buch über den Versuch eines Neubeginns, der nicht leicht fällt, wenn das, was hinter einem liegt, fast alles hatte von dem, was man als Leben kennengelernt hat. Mit großer sprachlicher Intensität erzählt Julia Blesken in ihrem Debüt von Kinderglück und Verlorenheit, Verrat und Aufbruch, Fragilität und Mut..

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2010

Immerhin, das gab es bisher noch nicht: eine westdeutsche Autorin, die über die ostdeutsche Provinz, die Nachwendezeit und Geschwister, die sich beinahe inzestuös zugetan sind, in poetisch-märchenhaftem Ton schreibt, stellt Kristina Maidt-Zinke fest. Froh macht sie das aber dennoch nicht, denn eben dieser Ton geht ihr nach anfänglicher Faszination ganz gehörig auf die Nerven. Eine junge Frau bricht aus einem ostdeutschen Dorf nach Berlin auf und kehrt resigniert in eine immer mehr verfallene Region zurück, fasst die Rezensentin zusammen, der die Vorliebe von Julia Blesken für Tiermetaphern und archaisches Pathos ins Auge fällt. Warum auch das kleinste, nebensächliche Detail noch in raunende, bedeutungsschwangere und gewollt poetische Worte gekleidet werden muss, sieht Maidt-Zinke nicht recht ein, zumal die Figuren typenhaft und das Lokalkolorit Kulisse bleibt, wie sie bemängelt. Ebenso enervierend findet sie das "extrem kitschgefährdete" Geschwisterverhältnis und auch die Begeisterung der Autorin für Alliterationsketten a la "Wolken. Windsbraut. Woge. Wortgepränge" kann sie nicht teilen, wie sie unmissverständlich klar macht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2010

In den besten Momenten hat sich tatsächlich der Lauf der Geschichte in dieses Debüt von Julia Blesken gezwängt, meint Rezensentin Anja Hirsch, die sehr beeindruckt wirkt, wenn auch nicht ganz hundertprozentig überzeugt. Meist erscheint ihr diese Erzählung, die von einer Familie im Osten erzählt, die es vor und nach der Wende gleichermaßen schlecht getroffen hat, "stimmungsstark", wenn Illusion und Realität sich ineinanderfügen. Sehr suggestiv erzählt Blesken dann von einer depressiven Mutter, die statt als Pianistin als Melkerin arbeitet, von einem Bruder, der statt in die FDJ Karpfenfischen geht und einem Vater, der meint, heute wie in der DDR außen vor zu bleiben, "nur dass es heute niemanden mehr stört". Doch oft übertreibe die Autorin ihre sprachliche Artistik, variiere über jedes einzelnes Augenpaar ("hechtgrau", "meergrün") und verspiele damit Überzeugungskraft.
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