Die Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei (CNBL) entstand 1928 aus der einsetzenden Agrarkrise und dem Missmut westelbischer Bauernkreise über das Unvermögen der Regierungspartei DNVP, deren Auswirkungen einzudämmen. Trotz anfänglich nur bescheidener Wahlergebnisse konnte die Landvolkpartei in der Folgezeit aus der Schwäche und Zerstrittenheit der Deutschnationalen Nutzen ziehen. Sie gewann schließlich die Herrschaft über den Reichslandbund.. Doch der Erfolg der NSDAP holte die Landvolkpartei auf den Boden der Realität zurück. Machtlos musste sie mit ansehen, wie sich die Verärgerung des bäuerlichen Mittelstandes nunmehr gegen sie selbst richtete und ihre bäuerlichen Anhängerschichten der NSDAP in die Arme trieb. Die Studie, die ein Licht auf das politische Scheitern der ersten deutschen Demokratie im agrarisch-konservativen Milieu wirft, untersucht darüber hinaus Organisation, Struktur und politisches Programm der Landvolkpartei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2001
Eine Partei mit kurzer Geschichte, die nur deshalb interessant sei, meint Wolfram Pyta, weil ihre Wählerschaft komplett zur NSDAP übergegangen war. Ihn beschleichen Zweifel, ob die thematische Begrenzung des Autors auf diese eine Partei und ihre Organisationsgeschichte tatsächlich sinnvoll gewesen ist. Übergreifende parteisoziologische Fragestellungen zur Weimarer Republik träten dadurch in den Hintergrund und ließen Leser wie Rezensenten etwas ratlos zurück. Für Pyta drängt sich die Frage auf, inwiefern der klassische Gegensatz zwischen Stadt und Land in der Weimarer Republik tatsächlich noch "parteibildend wirken konnte". War nicht damals schon das Anliegen, eine einzige Wählergruppe - die Landbevölkerung - zu repräsentieren, unzeitgemäß, fragt sich Adam. Nichtsdestotrotz liefere Müllers Buch viele aufschlussreiche Details fürs parteipolitische Gesamtbild.
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