Beide Phänomene, Parlamentarismuskritik und Antiparlamentarismus, sind Begleiterscheinungen des modernen Parlamentarismus und der Demokratiegeschichte.
Die Beiträge dieses Bandes behandeln anhand einzelner Fallbeispiele aus verschiedenen Epochen Europas das breite Spektrum antiparlamentarischer Bewegungen und parlamentarischer Diskussionen. Untersucht werden dabei einerseits die politische Rhetorik und das dabei verwendete Repertoire parlamentskritischer Stereotype und Bilder, sowie in einem zweiten Abschnitt die unterschiedlichen medialen Arenen, in denen antiparlamentarische Diskurse stattfanden. Zuletzt werden die Motive und Praktiken der Akteure näher betrachtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2018
Frank Decker scheint der von Marie-Luise Recker und Andreas Schulz besorgte, auf eine Tagung im Mai 2015 zurückgehende Band von Bedeutung, wenn systemfeindliche Parteien nach der Macht greifen. Sinnvoll findet er, auf die Geschichte des Parlamentarismus und seine Gegenbewegungen hinzuweisen. Der Band, der laut Decker durch editorische und redaktionelle Qualität besticht und weniger durch Systematik, versammelt 15 Beiträge zu antiparlamentarischem Vorgehen, politischen Austragungsorten sowie zu den Akteure, erläutert der Rezensent. Der Perspektivreichtum im Band beeindruckt ihn. Dass sich die Autoren zu wenig mit den Verfassungsgerichten als Mitregierer befassen und die Unterscheidung zwischen Parlamentarismus und parlamentarischen Systemen eher beiläufig vermitteln, bedauert er.
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