Mark Spoerer

Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz

Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge im Deutschen Reich und im besetzten Europa 1939-1945
Cover: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart - München 2001
ISBN 9783421054647
Gebunden, 250 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Das gigantische Ausbeutungs- und Erniedrigungssystem der nationalsozialistischen Terrorherrschaft trat erst durch die Klagen seiner überlebenden Opfer in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Ob Zivilisten, Kriegsgefangene oder Häftlinge: Alle mussten während des Zweiten Weltkriegs unter furchtbarsten Bedingungen für die deutschen Herrscher arbeiten. Über ihre Herkunft, ihre Rekrutierung, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen gibt dieses Buch erstmals umfassend Auskunft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.08.2001

n seiner Analyse über NS-Zwangsarbeiter sei Mark Spoerer sehr darum bemüht, ein differenziertes Bild über die Verantwortung deutscher Unternehmen für die Ausbeutung dieser Arbeiter zu zeichnen, lobt Matthias Arning. Der Autor, Historiker an der Universität Stuttgart-Hohenheim, habt eine nüchterne Studie abgefasst, manchmal etwas "dröge", aber jenseits aller Emotionalisierung des Themas "angenehm leidenschaftslos", meint der Rezensent. Vor allem sei es eine differenzierte Studie, die der Leser wie ein Handbuch nutzen könne. Ein Ergebnis dieser Untersuchung stellt Arning besonders heraus: Die Zahl der Zwangsarbeiter war nach Spoerer um einiges höher, als bisher angenommen. Eine Antwort auf die Frage, warum die deutsche Nachkriegsgesellschaft mehr als vierzig Jahre das Schicksal der Zwangsarbeiter geflissentlich ignorierte, bleibt aber auch Spoerer schuldig, bemängelt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2001

Zwei neu erschienene Bände zum Thema "Zwangsarbeiter im Dritten Reich" stellt Bernd Jürgen Wendt in seiner Doppelbesprechung vor. Sie erscheinen nun, findet er, "gerade zum rechten Zeitpunkt", für beide findet er nur lobende Worte.
1.) Christopher R. Browning: "Judenmord"
Im Buch des amerikanischen Historikers geht es um "drei zentrale Themenkomplexe": die Vor-Geschichte von Völkermord und "Endlösung", um Zwangsarbeit von Juden in Polen und der Sowjetunion und schließlich um die Untersuchung von "Einstellungen, Motivationen, Initiativen und Ermessensspielräume" nachgeordneter Beamter, die vor Ort über das Schicksal von Internierten und Zwangsarbeitern entschieden. Es gelingt Browning dabei, so Wendt, das Geschehen anschaulich zu machen, und zwar durch authentische Zeugnisse, die den Blick auf die Opfer statt die Täter, die "Mordgehilfen" statt die Machthaber und auf die "Peripherie" statt das Berliner Machtzentrum richten.
2.) Mark Spoerer: "Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz"
Das Buch des Stuttgarter Historikers Mark Spoerer ist die "erste Gesamtdarstellung zur Zwangsarbeit im 'Dritten Reich'" - und auch sie ist nach Meinung des Rezensenten gelungen. Innovativ die Schwerpunktsetzung: Spoerer beschreibt die "Zwangsarbeit in den besetzten Gebieten Europas", bietet genaue Statistiken, fragt nach der Verantwortung von Staat und Wirtschaft und zeichnet die Diskussion um die Entschädigung nach. Heraus kommt dabei, so Wendt, ein "außerordentlich facettenreiches Bild", zugleich die deprimierende Erkenntnis, dass die finanzielle Grundlage mancher heute erfolgreichen Industrieunternehmen zu einem nicht geringen Teil den Zwangsarbeitern geschuldet ist.
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