Aus dem Englischen von Jürgen Charnitzky. In den dreißiger Jahren wurde die Weltordnung von erdbebenartigen Erschütterungen heimgesucht. Die Demokratie befand sich überall auf dem Rückzug und wehrte sich mit schwachen Kräften gegen die gewaltsame Woge von Imperialismus, Rassismus und völkischem Nationalismus. In der globalen Konfrontation spielte sich ein erbitterter, im voraus nicht zu berechnender Konflikt darüber ab, welche der verschiedenen politischen Alternativen sich behaupten würde. Richard Overy unternimmt aus zwei Richtungen eine historische Annäherung an das Thema: Die erste Hälfte des Buches untersucht die vier Hauptkriegsschauplätze, an denen die Alliierten zwischen 1942 und 1945 nach und nach die Oberhand gewannen: den Krieg zur See, den Bodenkampf an der Ostfront, die Bomberoffensive im Luftkrieg und die Rückeroberung Europas nach der Invasion im Westen. Der zweite Teil erforscht die Elemente, die diese militärischen Erfolge bedingten und verursachten.
Bernd Wegner zeigt sich zunächst verblüfft über eine einfache Frage von Overy, deren Antwort für alle klar auf der Hand liege: Warum eigentlich haben die Alliierten den Krieg gewonnen? Gar nichts sei klar, erklärt der Rezensent der folglich erstaunten Leserschaft, da gebe es quasi zwei Schulen: die eine sieht den Sieg der Alliierten in ihrer materiellen Überlegenheit begründet, die zweite hält die strategische Frage für entscheidend. Hier ordnet sich laut Wegner auch Overy zu, der glaubt, dass sich der Krieg erst in den Jahren 1942/43 zugunsten der Alliierten entschied. Das Buch sei in zwei Stränge gegliedert: Im ersten, konventionelleren Teil fragt Overy nach dem Wie des Sieges; im zweiten forscht er nach den Fakten, die die Überlegenheit der Alliierten schließlich ausmachten: die fortschreitende Technologisierung, die Bedeutung der moralischen Frage, leistungsfähigere Volkswirtschaften und flexiblere Politiker, die ihre Strategien der veränderten Lage anpassen konnten. Nicht in allen Punkte will Wegner Overy folgen, so sei seine Beurteilung der deutschen Kriegsführung in der Sowjetunion nicht mal auf dem Stand der Forschung. Immer aber, betont Wegner, ist das Buch gut, oftmals auch spannend zu lesen und bietet eine `in sich schlüssige Gesamtinterpretation`.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…