Mario Vargas Llosa

Harte Jahre

Roman
Cover: Harte Jahre
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518429303
Gebunden, 411 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. "Haben Sie vergessen, dass wir ein souveränes Land sind und Sie nur ein fremder Botschafter und nicht unser Vize-König?", fragt Jacobo Árbenz, der Präsident Guatemalas, den Entsandten der Vereinigten Staaten. Es ist das Jahr 1954 und die Frage offensichtlich rhetorisch gemeint, die Antwort des amerikanischen Diplomaten: schallendes Gelächter. Denn kurze Zeit später bringt ein Militärputsch die Árbenz-Regierung zu Fall, mit freundlicher Unterstützung des CIA. Und zwar vermittels einer dreisten Lüge, die als Wahrheit durchgeht: US-Präsident Eisenhower hatte in Umlauf gebracht, Árbenz billige und unterstütze die Ausbreitung des sowjetischen Kommunismus auf dem Kontinent. Eine Lüge, die das Schicksal ganz Lateinamerikas verändern wird. Diese folgenreiche historische Episode - die uns schmerzlich an unsere Gegenwart erinnert - greift Mario Vargas Llosa auf und erzählt sie lebhaft und packend in ihrer ganzen Vielgestaltigkeit. Wer gründet welche Intrigen? Wer sind die Profiteure? Wer bleibt auf der Strecke?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.03.2020

Rezensentin Katharina Döbler lässt sich mitreißen von Mario Vargas Llosas neuem Roman um die Geschichte der United Fruit Company und den Sturz des Präsidenten Arbenz 1954 in Guatemala. Der Mix aus historischer Erzählung und Doku, aus realen und fiktiven Personen scheint ihr zu funktionieren. Der mal kühle, mal üppige Ton der Erzählung erinnert sie an Llosas beste Romane und führt sie ganz nah an die Handlung und ihre Akteure heran. Über die politische und soziale Geschichte Guatemalas und Mittelamerikas erfährt die Rezensentin eine Menge.