27. Oktober 1942: Die sechzehnjährige Marie-Louise Roth-Zimmermann aus Bischwiller wird mit ihren Eltern von der Reichspolizei festgenommen und ins württembergische Schelklingen in ein SS-Abfertigungslager, ein Regermanisierungslager für nicht Kooperationswillige verschleppt. Sie treffen dort auf Hunderte deportierter Familien aus ganz Europa, die wie sie auf den "rechten Weg" des Nationalsozialismus geführt werden sollen. Schikanen, das quälende Stubenleben und Zwangsarbeit prägen ihren Alltag bis zur Befreiung im Jahr 1945...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2001
Maria Frisé begnügt sich mit einer Wiedergabe des Buchinhalts, schreibt dabei aber so angeregt, dass man ein Gefallen an Roth-Zimmermanns Buch unterstellen darf. Die Existenz von SS-Lagern für "Volksdeutsche", die zu einem "kerndeutschen" Wesen erzogen werden sollten, sei in Deutschland zu Unrecht nicht sehr bekannt. In Wirklichkeit, so mag man aus Frisés kurzer Rezension herauslesen, hat es sich dabei um Arbeitslager gehandelt. Auch über die Lebensbedingungen der Bevölkerung im Elsass scheint man in dem Buch einiges zu erfahren - etwa, dass die Elsässer in der Öffentlichkeit nicht französisch sprechen durften und dass gar die Wörter "chaud" und froid" auf Wasserhähnen abgekratzt werden mussten. Roth-Zimmermann, die später als Musil-Forscherin bekannt wurde, hat sich in ihrem Buch nach Frisé nicht nur auf ihre persönlichen Erinnerungen beschränkt, sondern auch Zeitdokumente beigebracht.
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