Augustin Güntzer

Kleines Biechlin von meinem gantzen Leben

Die Autobiografie eines Elsässer Kannengießers aus dem 17. Jahrhundert
Cover: Kleines Biechlin von meinem gantzen Leben
Böhlau Verlag, Köln 2002
ISBN 9783412082000
Gebunden, 318 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Ediert und kommentiert von Fabian Brändle und Dominik Sieber unter Mitarbeit von Roland E. Hofer und Monika Landert-Scheuber. Die Lebensbeschreibung des Elsässer Kannengießers Augustin Güntzers, geboren 1596 und gestorben um 1657, ist eines der wenigen populären Selbstzeugnisse des 17. Jahrhunderts. Güntzer, der dem Handwerkermilieu entstammt, schildert anschaulich seine Erfahrungen aus dem Berufsleben, insbesondere seine fünfjährige Wanderschaft als Geselle, die ihn durch halb Europa führt. Er erlebt den Dreißigjährigen Krieg in all seiner Härte, muss mehrfach emigrieren und hält die Schrecken des Krieges in einem eindrucksvollen Erfahrungsbericht fest. Sein Lebensbericht ist zugleich Zeugnis eines standhaften Calvinisten und ein Dokument erster Güte für die Geschichte des Reformiertentums am Oberrhein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2003

Autobiografisches Schreiben erfreut sich in der heutigen Zeit großer Beliebtheit, die Lebensbeschreibung eines Handwerkers aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges hingegen ist eine Rarität und bietet, wie Rezensent Valentin Groebner findet, "erstaunliche Leseabenteuer". Schon die Gesellenwanderung Güntzers quer durch Europa vor vierhundert Jahren zeige den uns heute bis in alle Winkel vertrauten Erdteil als "exotischen Ort". Auch die Dokumentation des Lebens nach der Rückkehr, das durch die konfessionellen Auseinandersetzungen dieser Zeit geprägt war und die wohlhabende Familie zu einem Umzug von Colmar nach Strassburg und schließlich nach Basel zwang, findet Groebner sehr interessant. Er freut sich darüber hinaus, dass diese "schöne" Edition durch eine lesenswerte Einleitung bereichert wird.
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