Cesar Aira

Die nächtliche Erleuchtung des Staatsdieners Varamo

Novelle
Cover: Die nächtliche Erleuchtung des Staatsdieners Varamo
Nagel und Kimche Verlag, München 2006
ISBN 9783312003686
Gebunden, 120 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Matthias Strobel. In einer Nacht des Jahres 1923, ausgelöst durch eine seltsame Verkettung von Umständen, schreibt der Ministerialbeamte Varamo, der mit Literatur weder zuvor noch danach jemals das Geringste zu tun hat, das perfekte Gedicht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2006

Zwiespältig beschreibt Rezensent Leopold Federmaier sein Lektüreerlebnis mit diesem" schmalen Bändchen", dessen deutschen Titel er im Übrigen "etwas aufgedonnert" findet. Das Original heiße "kurz und trocken" einfach "Varamo". Es geht den Informationen des Rezensenten zufolge um die fiktive Entstehungsgeschichte eines ebenso fiktiven "Meisterwerks der modernen mittelamerikanischen Lyrik". Doch der argentinische Autor zeigt sich darin nach Ansicht des Rezensenten in der Tradition eben jener Avantgarde stehend, die er mit seinem Buch ironisch ins Visier zu nehmen versuche. Zu den großen Schwächen des Romans gehören für den Rezensenten außerdem ausgesprochen "schiefe, lückenhafte, haarsträubende Zusammenhänge", die er auf einen undisziplinierten Umgang des argentinischen Autors mit der Imagination zurückführt und denen er oft weder folgen kann noch will.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2006

"Acht Stunden Turbo-Inspiration" hat nicht nur Cesar Airas Figur Varamo hinter sich, als er um Mitternacht im Jahr 1923 anfängt, unvermittelt ein Meisterwerk der Avantgarde-Lyrik niederzuschreiben. Auch der Rezensent Hans-Martin Gauger ist von der Lektüre dieser Literaturgenese so befeuert, dass er gleich im zweiten Satz eine Kaskade lobender Adjektive auf die Novelle herabregnen lässt, von "humorig witzig" bis "kultiviert". Aira beschreibt den Nachmittag und Abend im Leben seines Erzählers, der recht unaufgeregt verläuft, aber eben zu besagtem Meisterwerk führt. Und obwohl nichts Außergewöhnliches passiert, kaum etwas verbrochen wird und auch die Erotik völlig fehlt, findet Gauger die Geschichte - zu seiner eigenen Überraschung, wie es scheint - "spannend". Für den Rezensenten ist Aira ein würdiger Nobelpreiskandidat, nicht nur wegen dieses "brillanten Nebenwerks".
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