Margaret Atwood

Hexensaat

Roman
Cover: Hexensaat
Albrecht Knaus Verlag, München 2017
ISBN 9783813506754
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Brigitte Heinrich. Alles ist Illusion - Margaret Atwoods Verneigung vor dem großen Bühnenmagier William Shakespeare. Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares "Der Sturm" auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen - und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt. In ihrem Roman schafft Margaret Atwood mit der Figur des Theaterdirektors Felix ein würdiges Pendant zu Shakespeares Prospero aus "Der Sturm", jenes Zauberers, der als ein Selbstporträt des alternden Barden aus Stratford-on-Avon gilt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.05.2017

"Geschlossene Gesellschaften", das ist das Hauptthema Margret Atwoods und es ist auch das Hauptthema in diesem Roman, schreibt Rezensentin​ Katharina Granzin. Hier geht es, in Anlehnung an Shakespeares "Sturm", um einen Theatermann, der durch Intrigen aus seinem Job gekickt wurde und sich jetzt an seinem Konkurrenten mit einer Inszenierung des Sturms im Gefängnis rächen will, die dessen Hinterhältigkeit aufdecken soll. Fabelhaft, wie Atwood dieses Doppelspiel in Szene setzt, findet Granzin, die viel Spaß an der Lektüre hatte. Vielleicht nicht ganz so gesellschaftskritisch wie ein klassischer Atwood-Roman, aber immerhin bekommt der Kulturbetrieb ordentlich eins mit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.04.2017

Rezensentin Sylvia Staude freut sich, dass zeitgleich mit Margaret Atwoods neuem Roman "Das Herz kommt zuletzt" mit "Hexensaat" auch ihre Romanvariation von Shakespeares "Sturm" auf Deutsch erschienen ist. Die Kritikerin staunt nicht nur, dass es hier wesentlich heiterer zugeht als in Atwoods Dystopien, sondern bewundert auch den enormen Einfallsreichtum der Autorin, die sie als "Luftgeist" unter den zeitgenössischen Autoren bezeichnet. Und so lässt sie sich von Atwoods bissigem Witz und ihrer "prickelnden Schärfe" in eine couragiert von der Vorlage entfernte Fantasiewelt entführen, landet schließlich in einem Knast-Theaterkurs und amüsiert sich köstlich mit den packenden Dialogen und "satirischen" Anspielungen auf den Theater- und Literaturbetrieb. Nicht zuletzt lobt Staude Brigitte Heinrichs "pfiffige" Überstetzung.