Aus Englischen von Brigitte Rapp. Amani macht nichts lieber, als mit ihrem Großvater Seedo auf die Weiden zu gehen und die Schafe zu hüten. Für sie steht fest, dass sie eines Tages seine Nachfolgerin sein wird. Aber in Palästina ist es schwierig, Pläne für die Zukunft zu machen. Die israelischen Siedler rücken immer näher an das kleine Dorf heran, in dem Amani wohnt. Sie verwüsten die Felder und den Olivenhain, verbauen die Weideplätze der Schafe. Die Dorfbewohner gehen unterschiedliche Wege: Einige glauben, durch Verhandlungen mit den Israelis etwas erreichen zu können, andere setzen auf Widerstand und radikale Maßnahmen. Ähnlich die Israelis: Einige wollen den Konflikt friedlich lösen und unterstützen die Palästinenser in ihren Verhandlungen, andere glauben an eine gewaltsame Lösung und gehen mit Baggern auf die Menschen los.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2011
Sehr angetan ist Rezensentin Regina Riepe von diesem Jugendbuch über das Hirtenmädchen Amani, die mit ihrer Familie in Palästina lebt. Dem Roman kommt in ihren Augen der Verdienst zu, den Leser in eine Welt zu führen, die sonst nur aus den Nachrichten kennt: in das Leben einer palästinensischen Familie, deren Existenz durch die israelische Siedlungspolitik bedroht ist. Dabei scheint ihr das Buch kein rein politisches, geht es doch auch um die Emanzipation Amanis, die am liebsten Hirtenmädchen sein möchte. Das fesselnde und einfühlsam geschriebene Buch bietet nach Ansicht von Riepe nicht nur eine "beeindruckende Identifikationsfigur", sondern gibt auch einen "differenzierten Einblick" in eine palästinensische Großfamilie und zeigt ohne Pauschalurteile den Widerstand gegen die Siedler inklusive Unterstützung durch israelische Friedensaktivisten.
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