Christian Roux

Der Mann mit der Bombe

Roman
Cover: Der Mann mit der Bombe
Polar Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783945133217
Kartoniert, 160 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Mitarbeit: Frank Göhre. Aus dem Französischen von Cornelia Wend. "Der Mann mit der Bombe" spielt auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise in Frankreich. Es grassiert die Arbeitslosigkeit und auch Tontechniker Larry, Mitte Vierzig, verliert seine Stellung. Nach unzähligen Vorstellungsgesprächen, teils für bloße Aushilfstätigkeiten, zeichnet sich immer deutlicher ab, dass er auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat. Die Armut trifft nicht nur ihn selbst hart, sondern auch seine Frau Sophie und seine zehnjährige Tochter. Die aussichtlose Lage treibt Larry dazu, eine Bombenattrappe zu bau­en und sie in seinem vorerst letzten Vorstellungsgespräch zu testen, mit durchschlagender Wirkung. So beschließt er, mit Hilfe seiner Bombe eine Bank zu überfallen. Dumm nur, dass die Bank in eben diesem Moment von einer jungen Frau und ihren Komplizen überfallen wird. Die Sache endet blutig, Larry wird zur Geisel. Aber er dreht den Spieß um und nimmt mit Hilfe seiner falschen Bombe seinerseits die junge Frau als Geisel.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.04.2016

Die richtigen Krimis offenbaren dem Leser den wahren Zustand eines Landes, weiß Rezensent Elmar Krekeler, der in Christian Roux' "Der Mann mit der Bombe" ein ziemlich kaputtes Frankreich entdeckt. Roux erzählt die Geschichte des schwarzen Toningenieurs Larry, der in der letzten Wirtschaftskrise erst seinen Beruf verliert und dann, mit dem Verlust des bürgerlichen Wohlstands, auch seine Frau. Larry zieht schließlich zusammen mit der Bankräuberin Lu raubend durchs Land, fasst der Rezensent zusammen. Einerseits ist das eine peppige Kriminalgeschichte aus der Perspektive des Täters, andererseits wird anhand der Systemzwänge, die ihn über die Schwelle der Kriminalität befördern, auch "das Leben im bröckelnden Kapitalismus" sichtbar, die Fehlstellungen einer maroden und rassistischen Gesellschaft, lobt der Kritiker.

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