Claudia Pineiro

Die Donnerstagswitwen

Roman
Cover: Die Donnerstagswitwen
Unionsverlag, Zürich 2010
ISBN 9783293004177
Gebunden, 316 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Fünfzig Kilometer vor den Stadttoren von Buenos Aires lebt hinter hohen Sicherheitszäunen eine kleine elitäre Gemeinschaft. Ihre Sorgen scheinen sich in der Sommerhitze und deren Folgen für den örtlichen Golfplatz zu erschöpfen. Unter der schönen Oberfläche jedoch schwelen Konflikte, die auch vor den Siedlungszäunen nicht halt machen: Untreue, Alkoholsucht und Ehezwist. Zudem bekommt selbst die privilegierte Gated Community die Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit aller Wucht zu spüren. Doch anstatt die Ärmel hochzukrempeln, gehen drei Familienväter einen eigenwilligen Weg, um ihren Lieben den hohen Lebensstandard zu sichern. Ihre Leichen werden am Grund des Swimmingpools gefunden...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.01.2011

Volker Breidecker versteht nicht, wieso ausgerechnet Claudia Pineiro von ihrem Verlag als neuer Shootingstar der argentinischen Literatur angekündigt wird. An diesem Roman kann's nicht liegen, findet er. Der Text über die gedehnte Langeweile einiger plötzlich  verwitweter Damen in einer Gated Community überzeugt Breidecker weder sprachlich noch inhaltlich. Das Personal bleibt ihm einigermaßen fremd, wenngleich er die auf eigener Erfahrung der Autorin basierende Einfühlung in den luxuriösen, aber öden Alltag hinter den Mauern auch durchaus respektiert. Das bisschen Ironie und Sozialkritik reißt es nicht raus, meint er.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.08.2010

Nach Borges oder Cortazar gibt es in Argentinien endlich wieder Autoren, die sich an gesellschaftlichen Diskussionen beteiligen, freut sich Rezensentin Eva-Christina Meier. Claudia Pineiros zum Beispiel, die in ihrem Roman "Die Donnerstagswitwen" dem Leben in den "Barrios Privados" von Buenos Aires nachspüre. Diese bewachten und eingezäunten Wohnsiedlungen, ausgestattet mit eigenen Schulen und Golfplätzen, seien nach den Kriminalitätsdebatten in den neunziger Jahren entstanden, berichtet die Kritikerin. Genau in dieser exklusiven Umgebung lasse Pineiros in ihrem Roman drei Morde geschehen; weniger um einen Krimi zu schreiben, sondern vielmehr, um hinter die Fassaden der Siedlungsbewohner zu blicken. Das so entstandene Bild von den Abstiegsängsten dieser "dekadenten Mikrogesellschaft" hat die Rezensentin sehr überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2010

Drei Leichen im Pool der Sorglosigkeit. Wie es dazu kam, erfährt Jakob Strobel Y Serra bei Claudia Pineiro leider auf quälend langsame Art. Die Idee, das Sein und das Scheinen in der argentinischen Mittelschicht in einer Gated Community zu inszenieren und zu entlarven, findet der Rezensent ja überzeugend. Ebenso die Haltung der Autorin zu ihrem Thema (mitfühlend, nicht anklagend). Dass die dramatisch geschulte Autorin im Roman derart linear und also spannungslos und dramaturgisch öde erzählen würde, hätte sich der Rezensent jedoch nicht träumen lassen. Etwas versöhnend wirkt auf ihn die in der Besprechung natürlich nicht verratene Pointe.