Diskutiert werden zentrale Aspekte elektronischer und digitaler Musik, die in den letzten Jahren an den Rändern von Techno, Neuer Musik und Kunstmusik entstanden ist. In der Vielzahl von Veröffentlichungen zu den Themen Neue Medien, Medientechnologie und -theorie ist das Feld des Musikalischen fast vollständig ausgespart worden. Die Autoren aus den Bereichen Soziologie, Medientheorie, Musikwissenchaft, Philosophie, Informatik und Kunstwissenschaft schließen diese Lücke und bringen elektronische und digitale Musik in einen Dialog mit aktuellen Theorieansätzen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.01.2004
Ein wenig zu hochtrabend mutet Rezensent Sebastian Handke dieser von Achim Szepanski und Marcus S. Kleiner herausgegebene Suhrkampband an, der versucht, DJ Culture und elektronische Musik mit Hilfe von Gilles Deleuze und Felix Guattari theoretisch zu adeln. Das Ergebnis hält Handke nicht immer für überzeugend. So seufzt er etwa über den Beitrag von Christoph Cox, der unter Verwendung eines prominenten Begriffs aus den "Tausend Plateaus" von Deleuze und Guattari ausführt, wie Musik zu einem "organlosen Körper" wird: "Wenn sich die Adepten französischer Philosophie doch nicht nur deren schöne Wörter, sondern auch die darin verborgenen Gedanken ausleihen würden!" Dabei findet er das bei Deleuze und Guattari angedeutete Konzept von Musik als organlosem Körper durchaus bedenkenswert. Das allgemeine Anliegen des Bandes sieht Handke im Anschluss der elektronischen Musik an die alte Avantgarde von Cage, Varèse, Feldman und Co. Die Auffassung der Autoren aber, die experimentelle Elektronika der "Clicks & Cuts" habe das Staffelholz der musikalischen Avantgarde übernommen, erscheint Handke etwas dünkelhaft - zumal sich die elektronische Dancemusik momentan in Sackgassen festgefahren habe.
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