Marcus Payk

Frieden durch Recht?

Der Aufstieg des modernen Völkerrechts und der Friedensschluss nach dem Ersten Weltkrieg
Cover: Frieden durch Recht?
Walter de Gruyter Verlag, München 2018
ISBN 9783110578454
Gebunden, 739 Seiten, 49,95 EUR

Klappentext

"Versailles" und die Verrechtlichung der internationalen Politik Bei keinem anderen Frieden der neuzeitlichen Geschichte spielte die Berufung auf Recht und Gerechtigkeit eine so prominente Rolle wie nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Im Gegensatz zu bisherigen Darstellungen, die sich vornehmlich auf eine Demütigung Deutschlands durch das "Versailler Diktat" konzentrieren, bietet diese breit angelegte Neuinterpretation der gesamten Pariser Friedenskonferenz von 1919/20 ein differenziertes Bild. Marcus Payk kann anhand zahlreicher Beispiele nachweisen, welche politische Kraft, aber auch welche unkontrollierbare Eigenlogik völkerrechtlichen Argumenten und Akteuren während der Friedensverhandlungen zukam. Erst durch die Berücksichtigung der normativen Erwartungen der Vorkriegs- und Kriegszeit werden die Friedensabkommen mit Deutschland, Österreich, Ungarn, Bulgarien und dem Osmanischen Reich verständlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2018

Brillant findet Rezensent Milos Vec die Habilschrift des Historikers Marcus M. Payk über die Friedensverhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg. Wie der Autor die Verträge von Trianon, Sevres und Versailles in die Weltgeschichte einbindet, detailreich und genau die Archive befragt und das Völkerrecht in diesem Prozess mit großer Klarheit und bestechenden Argumenten hervorhebt, scheint Vec höchst lehrreich. Verdienstvoll findet der Rezensent ferner, wie Payk die unterschiedlichen involvierten Mentalitäten nachzeichnet und der Vermutung entgegentritt, hier sei vor allem Siegermacht am Werk gewesen. Payks Zusammenführung seiner Bewertung der Verträge mit einer neuen Weltordnung und der Gegenwart, findet Vec aufschlussreich.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Florian Illies. Träume aus Feuer - Der Alchemist von der Pfaueninsel. Bastei Lübbe Verlag, 2026.Florian Illies: Träume aus Feuer
Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…