Der Frieden von Versailles war das wohl folgenreichste Vertragswerk des 20. Jahrhunderts. Er entschied über das Schicksal der Verlierer des Ersten Weltkriegs, bestimmte die territoriale Neuordnung Europas und wichtiger außereuropäischer Regionen wie der Nahe Osten, und er schuf die Grundlagen für die Errichtung des Völkerbundes. Eberhard Kolb schildert in seine Darstellung die Ausgangssituation am Ende des Krieges, den Verlauf der Verhandlungen und die wichtigsten Ergebnisse des Friedens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2006
Für überfällig scheint Rezensent Michael Salewski Eberhard Kolbs Buch über den Frieden von Versailles zu halten, das seiner Darstellung zufolge mit einem falschen Bild des Vertrages aufräumt. "Nüchtern, kritisch" und "präzise" stelle Kolb klar, dass der Vertrag besser als sein Ruf gewesen sei. Denn er habe zwar durchaus den Deutschen Reich die Fähigkeit zum Krieg genommen, aber nicht die Fähigkeit zum Frieden, wie auch Rezensent Salewski betont, der deshalb glaubt, dass es zum größten Versagen der Deutschen hielt, dieses "Weimaer Revisionssyndrom" aufs "Schamloseste" missbraucht zu haben. Nicht der Friede von Versailles, unterstreicht Salewski, habe die Weimarer Demokratie unterlaufen, sondern rechtsradikale Kräfte und eine Bevölkerung, die zum großen Teil im "Chauvisnismus erstarrte" und im "Selbstmitleid" über Versailles zerfloss.
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