Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings ein Unwetter in Alaska auslösen? Was ist wirklich dran an der Sensation Chaostheorie? Das Buch deckt witzig und tiefsinnig Unstimmigkeiten und versteckte Widersprüche in der Chaostheorie auf. Der Schmetterlingseffekt und das fraktale Apfelmännchen sind allgegenwärtige Sinnbilder der Chaostheorie. Von den Medien wurden sie zu Ikonen einer neuen Weltsicht erhoben. Nach dem Siegeszug der Chaostheorie scheint nun plötzlich alles chaotisch zu sein. Aber stimmt das? Handelt es sich bei der Chaostheorie wirklich um eine wissenschaftliche Sensation oder um eleganten Unsinn?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2002
Interessant wird Michael Hampe das Buch von Wehr wohl gefunden haben, auch wenn er das ausdrücklich nicht sagt, denn er geht gleich in medias res und streitet mit und gegen den Autor und seine strenge Argumentation, dass mathematikfremde Wissenschaften sich mit Begriffen aus der Chaostheorie nicht schmücken sollten. Einerseits gibt der Rezensent dem Autor Recht: zu sehr haben sich andere Wissenschaften auf Kategorien der Chaostheorie gestürzt, ohne ihre Mathematik angewendet oder sich mit ihrem spekulativen Charakter beschäftigt zu haben. Andrerseits aber, so Hampe, ist es am Ende egal, welche Terminologie "neue Einsichten ans Licht" hebt, schließlich existiert für Begriffe wie "Chaos" oder "Attraktor" "kein Copyright". Jedenfalls aber will er sich "den Sprachrigorismus Dinglers", auf den Wehr zurückgreife, selbst nicht "zu eigen machen", - auch wenn er Wehr zustimmt und findet, die Philosophie, die mit solcher Terminologie hantiere, solle sich nicht einbilden, ihre Begrifflichkeit habe allein durch die Anleihe in der Mathematik schon "Sinn, Bedeutung und empirische Relevanz".
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