Wer an Marcel Prousts korkgetäfeltes Zimmer denkt oder an sein Asthmaleiden, mag erstaunt sein über den Reichtum an Blumen und Pflanzen in seinem Werk: der rosablühende Weißdorn und Flieder auf dem Weg nach Guermantes, Rosen im Atelier des Malers Elstir, Kornblumen, Apfelblüten, und Seerosen auf dem Flüsschen Vivonne. Auch wenn es um Erotisches und Sexuelles geht, spricht der "Botaniker der psychischen Welt" gerne durch die Blume: "Cattleya spielen" beispielsweise ist für Swann und Odette Chiffre des Liebesaktes. In diesem Band versammelt Ursula Voß die schönsten und vielsagendsten Passagen aus der Suche nach der verlorenen Zeit und ergänzt sie mit stimmungsvollen Blumengemälden der Zeit.
Proust und die Blumen - eine unendliche Geschichte, meint Tobias Schwartz: So sehr der französische Autor auf Blumen wegen seiner Asthmaerkrankung zwar auf Distanz ging, so sehr wimmelt es in der "Recherche" von idealisierenden Beschreibungen blühender Flora. Der vorliegende Band versammelt nun zahlreiche solcher Passagen aus Prousts Werk, ergänzt um ein kompetentes Geleitwort der Herausgeberin und zahlreiche Blumenporträts aus der Kunstgeschichte, wie der Rezensent erklärt. Das Schmökern darin scheint ihm gefallen zu haben: Prousts schwärmerische Zitate gewinnen für sich genommen "geradezu lyrischen Charakter". Entsprechend lade das Buch zur kontemplativen Versenkung in diesen rein "literarischen Garten" ein.
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