Jean-Michel Guenassia

Der Club der unverbesserlichen Optimisten

Roman
Cover: Der Club der unverbesserlichen Optimisten
Insel Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783458174967
Gebunden, 686 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. 1959, als Michel in Paris seinen zwölften Geburtstag feiert, stößt er im Hinterzimmer eines Bistros auf den "Club der unverbesserlichen Optimisten". Die folgenden fünf Jahre, bis zum Schulabschluß, wird ihn diese Versammlung von Männern beschäftigen, die trotz allem Optimisten geblieben sind: Emigranten aus dem Ostblock, enttäuschte und verfolgte Kommunisten, Juden, Querköpfe, Intellektuelle, Schachspieler. Deren dramatische Lebensgeschichten begleiten, kontrapunktieren, verdunkeln und erhellen Michels Aufwachsen. Es ist die Zeit des Kalten Kriegs. In Algerien werden die Unabhängigkeitsbestrebungen bekriegt; der Rock'n'Roll erobert die Jugend. Sascha, spät zum Club dazugestoßen, wird ausgeschlossen. Er hilft Michel bei seinen Anfängen als Fotograf. Eine alte Geschichte wird diesem Sascha zur Last gelegt. Dabei hat er sich, damals in der Sowjetunion, korrekt verhalten was sich jedoch erst nach seinem Selbstmord 1964 herausstellt. Im selben Jahr wird der Club geschlossen. Michels Liebe wandert mit ihrer Familie nach Israel aus. Michel Marini muß sich neu orientieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2012

Jean-Michel Guenassia erzählt die Pubertätsgeschichte von Michel Marini, der in den aus mittel- und osteuropäischen Exilanten bestehenden "Club der unverbesserlichen Optimisten" aufgenommen wird und familiäre, gesellschaftliche und politische Krisen der 1960er Jahre in Paris erlebt, lässt ein ziemlich erschöpfter Niklas Bender wissen. Es ist die große Anzahl von Geschichten und Figuren, die den Rezensenten so ermüdet und die, wie er moniert, nicht zu einer runden Erzählung "verdichtet" werden, sondern vereinzelt nebeneinander stehen bleiben. Bender versteht die Intention des Autors, hier ein Epochenbild des Paris der 60er Jahre zu zeichnen, fühlt sich aber durch die schiere Vielfalt der Details überrollt. So entsteht trotz mancher pointierten Schilderung und durchaus auch komischen Szenen eben keine große Erzählung, meint der Rezensent, der das überaus positive Urteil der französischen Kritik nicht recht nachvollziehen kann.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.10.2011

In Jean-Michel Guenassias mit dem Goncourt-Preis ausgezeichneten Roman "Der Club der unverbesserlichen Optimisten" ist Rezensent Thomas Laux tief in das intellektuelle Paris der fünfziger und sechziger Jahre eingetaucht. Die Geschichte um Michel, der sich hier zwischen Kommunisten, Bohemiens und russischen Emigranten im Pariser "Balto"-Klub aufhält und sich ganz nebenher auch auf sein Abitur vorbereitet, liest der Rezensent - nicht zuletzt dank zahlreicher ideologischer Debatten - zunächst als Entwicklungsroman. Darüber hinaus, so der Kritiker, ist Guenassias erstes Buch auch ein herausragender Familienroman: die vielen, teilweise melancholischen Anekdoten über die Familiengeschichte Michels haben Laux bestens unterhalten.