Aus dem Französischen von Marcel Le Comte. Gaston ist eine der sympathischsten und bekanntesten Figuren des frankobelgischen Comics. Vor 66 Jahren unter dem Zeichenstift von André Franquin entstanden, war Gaston anfangs ein fauler Antiheld, der sich sehr schnell zu einer Figur mit überbordender Fantasie und Energie entwickelt hat - natürlich nur, solange es nicht ums Arbeiten geht. Nun erhält die Serie von Franquin eine Fortsetzung: Die Grafik hat Delaf übernommen, der die neuen Katastrophen von Gaston im Geiste und im Stile Franquins fortführt.
Eigentlich sollte nach dem Tod seines Erfinders Franquin nie wieder ein Comic über den schrulligen Erfinder Gaston erscheinen, Rezensent Volker Weidermann ist froh, dass sich Delaf dem widersetzt hat. Gastons Erfindungen haben keinen Platz in einer sterilen Welt, er ist "Chaos-Praktiker", der, statt die romantischen Wünsche seiner Redaktionskollegin zu erfüllen, lieber das Büro in Schutt und Asche legt, erfahren wir. Für Weidermann ist dieser Comic, der mit Zeichnung und Humor so nah am Original ist, die perfekte Sommerlektüre.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.04.2024
Rezensent Fritz Göttler scheint nicht ganz einig mit sich, ob der von Delaf nach Franquin und gegen dessen Willen gezeichnete neue Gaston-Band nun ein Plagiat, Sakrileg oder schlicht ein Glück ist. Jedenfalls zeichnet Delaf genau wie sein Vorbild, stellt Göttler baff fest, und der Bürobote Gaston ist wie immer der liebenswerte Schussel im Auge des Orkans. Eins ahnt Göttler darüber hinaus: Die Nostalgie mag hier zwar wild abgefeiert werden, aber dieser Held verkörpert die Hoffnung auf eine "neue Anarchie" und damit den Zeitgeist.
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