Aus den Archiven des Tim-Schöpfers Herge fördert Michael Farr eine beeindruckende Fülle von Material zu jedem einzelnen Abenteuer von "Tim und Struppi" zu Tage. Hunderte von Fotos und Zeitungsausschnitten zeigen, wie sehr die Serie ein Abbild ihrer Zeit ist und wie gründlich Herge recherchierte, um seine Geschichten so realistisch wie möglich zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2007
Rezensent Thomas Binotto ist begeistert von Michael Farrs Einführung in Werk und Leben des "Tim & Struppi"-Zeichners Herge, das im gegenwärtigen Jubiläumsjahr sogar den Museumsbesuch zum Thema ersetzt. Lobenswert findet Binotto, dass Farr das Faszinierende an Herge herausarbeitet, ohne Fragwürdiges unter den Tisch zu kehren, dass er also "keine Denkmalpflege" betreibt. So verschweigt er beispielsweise nicht den "rassistischen Kolonialismus", der seine frühen Arbeiten ausmachte oder seinen unrühmlichen Opportunismus während der Kriegsjahre - Positionen, die Herge durch sein späteres Werk gerade rückte, für das er "ohne ideologische Scheuklappen durch die Welt" gezogen ist. Zudem zeigt die Monografie, die einen sehr schönen Bildteil hat, zu Binottos Freude, dass der Erzähler Herge dem Zeichner Herge ebenbürtig war - was nicht dem landläufigen Blick auf den Künstler entspricht.
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