Die Lebens-Poietische Philosophie hat es mit dem Wohl und Wehe, dem Glück und der Not, mit Freud und Leid, mit Alltäglichem wie Außerordentlichem im guten wie im schlechten Sinn, insgesamt mit den Möglichkeiten und Notwendigkeiten für das je einzelne Subjekt zu tun. Der Gesamtansatz besteht aus drei Grundlinien: - Leben/Dasein und Reflexion, - Psychoanalyse und Sublimation, - Lebensgeschichte und Identität. Durchgehend, also quer dazu verlaufen zum einen die beiden Grundtheoreme über die Subjektivität des konkreten Subjekts: Dieses Subjekt ist bei aller naturalen und gesellschaftlichen Vermittlung weder in seine organisch-physische = innere Natur noch in seine sozialisationsbestimmte = innere Gesellschaft deterministisch eingeschlossen, sondern selbstbestimmungskompetent und darin zugleich der Sinnkonstitution fähig und bedürftig, die sich nicht ausschließlich, aber doch bis "heute" am meisten in Kunst und Religion artikuliert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.09.2008
Einen kritischen Blick wirft Rezensent Andreas Dorschel auf den ersten Band von Manfred Wetzels "Lebens-Poietischer Philosophie", mit dem der Autor sein Großprojekt, ein System der Philosophie zu entfalten, weiterführt. Den Fokus des Autors sieht er im vorliegenden Werk auf dem Individuum, seinem Dasein und seiner Identität. Besonders hebt er Wetzels an Freud anknüpfende Auffassung hervor, die Geschlechtlichkeit berühre den Kern der Identität. Sauer stößt ihm allerdings die Art und Weise auf, wie sich der Philosoph in diesem Zusammenhang auf den Feminismus einschießt. Die Äußerungen Wetzels hierzu findet er teils antifeministisch, teils geradezu grob "misogyn". Ein paar Beispiele, die Dorschel aus dem Buch zitiert: 'ein Flittchen wie Ingeborg Bachmann', 'hysterische Pseudo-Emanzen', 'die Vorliebe mäßig attraktiver mitteleuropäischer Blondinen für Araber, Afrikaner und Lateinamerikaner'. Als Polemik kann Dorschel das nicht mehr durchgehen lassen, sondern spricht von "Entgleisungen" des Autors, der die Kontrolle verloren habe.
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