Im langen Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne entstand das Individuum westlicher Art. Gerät es in der "zweiten" Moderne in eine Krise? War die romantische Liebe um 1800 den Adligen und den besitzenden und gebildeten Bürgern vorbehalten? Erleben wir heute die Verwandlung der romantischen Liebe in eine skeptische Liebe? Wie steht es um alte Sehnsüchte nach Geborgenheit, wenn private, politische, religiöse und betriebliche Bindungen immer rascher zerbrechen oder erst gar nicht zustande kommen? Dieses Buch bringt das Subjekt in seiner bedrängten Freiheit zur Sprache. Wir hören uns selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.04.2004
Harald Weizer stellt angetan fest, dass es dem Wiener Kulturwissenschaftler Reinhard Sieder im vorliegenden Buch über das Selbstverständnis des handelnden Subjekts und seiner Konstitution von "sozialer Wirklichkeit" gelungen ist, "sozial- und kulturwissenschaftliche Ansätze" zu verbinden. Als besondere "Verdienste" des Autors stellt Weizer dabei zwei Punkte heraus: er findet es sehr lobenswert, dass der Autor mit seinem ersten Kapitel eine klar umrissene, "höchst instruktive" Einführung in eine "historische Kulturwissenschaft post Foucault" liefert. Außerdem erscheint es ihm als sehr hilfreich, dass Weizer nicht lediglich Theoretisches referiert, sondern seinen Ausführungen stets "Fallgeschichten" zur Seite stellt, die die aufgestellten Thesen illustrieren. Dabei hebt der Rezensent angetan hervor, dass nicht nur moderne Lebensgeschichten erzählt werden, sondern auch historische Lebensläufe herangezogen werden, um die verschiedenen Konstruktionen von Subjekten "transparent" zu machen. Besonders "eindrucksvoll" erscheint ihm die Darstellung bäuerlicher Lebensformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in der der Autor zeigen kann, dass beispielsweise die Organisation des Zusammenlebens von Hofbesitzern, Knechten und Mägden eine "unerwartete moralische Ökonomie" aufwiesen.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…