Dieter Henrich

Bewusstes Leben

Untersuchungen zum Verhältnis von Subjektivität und Metaphysik
Cover: Bewusstes Leben
Reclam Verlag, Stuttgart 1999
ISBN 9783150180105
                         , 223 Seiten, 5,11 EUR

Klappentext

Der Untertitel signalisiert den philosophischen Anspruch eines Bändchens, das sich bemüht, "den Riß zwischen Wissenschaft und Tiefenanalyse des Lebens" zu überwinden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.05.2000

Ludger Heidbrink macht sich in einer Doppelrezension Gedanken über die unhinterfragbaren Wahrheiten in der Weltwahrnehmung. Er vergleicht Dieter Henrichs "Bewußtes Leben" mit Thomas Nagels "Das letzte Wort" und kommt zu dem Schluß, dass sie trotz der Verschiedenheit der Ansätze ein durchaus vergleichbares Frageinteresse demonstrieren.
1) Dieter Henrich: "Bewußtes Leben"
Hier verwandele der Autor in seinen Überlegungen zu letzten Gewissheiten die "Metaphysik in eine Hermeneutik des Lebens", stellt Heidbrink fest. Damit werde die "Metaphysik zur Theologie". Als widersprüchlich empfindet es der Rezensent, dass Henrich den "Dualismus von Ich und Welt mit seinen eigenen Waffen zu schlagen versucht", indem er annehme, der Mensch müsse die Entzweiung mit der Wirklichkeit durch den Glauben an ein Übergeordnetes, Letztes zu überwinden suchen. Das ist "ins Spirituelle gewendete Metaphysik", bemerkt Heidbrink mißbilligend.
2) Thomas Nagel: "Das letzte Wort"
Nagels Buch sei im Gegensatz dazu eine Verteidigung der Rationalität, kranke aber an vergleichbaren Widersprüchen. Das Argument, dass wer an eine Alternative zur rationalen Weltbeurteilung glaube, ja selbst vernünftiger Argumente bedürfe, entlarvt der Rezensent als Erstsemestertaktik zur Ächtung seiner Gegner. Nagel ist "blind für den lebensweltlichen Subjektivismus", kritisiert Heidbrink abschließend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Wolfgang Kersting schildert Henrich als einen der prominentesten Retter des Subjekts angesichts einer Postmoderne, die es verschwinden lassen will. Henrich schlage sich dabei nicht einfach auf die Seite des gesunden Menschenverstands, sondern entfalte einen altmodischen "metaphysischen Begründungszauber". Aber völlig überzeugen kann er Kersting nicht. Der Begiff des "bewussten Lebens" bleibe vage. Geschichte, Kultur und Gesellschaft fehlten in Henrichs Konzeption.
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