Luisa Neubauer

Was wäre, wenn wir mutig sind?

Cover: Was wäre, wenn wir mutig sind?
Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783499014963
Gebunden, 144 Seiten, 13,00 EUR

Klappentext

Seit Jahren kämpfen Menschen um die künftige Bewohnbarkeit unseres Planeten. Luisa Neubauer ist eine von ihnen. Doch bis heute scheitert die Welt daran, den notwendigen Klimaschutz demokratisch zu organisieren. Warum passiert nicht mehr, obwohl die wissenschaftlichen Fakten schon lange bekannt sind? Woher kommt die Anti-Klima-Aggression der Rechten? Warum sorgen selbst die sichtbaren Klimakatastrophen nicht für ein gesellschaftliches Umdenken? Luisa Neubauer analysiert die Machtkämpfe hinter der Klimakrise, sie legt die fossilen Wurzeln unserer Demokratie frei und zeigt, wie eine realistische Utopie auf unserem Planeten aussehen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2025

Luisa Neubauer analysiert in ihrem neuen Buch, warum die Klimabewegung trotz erdrückender Fakten oft nicht durchdringt, fasst Rezensent Jens-Christian Rabe zusammen. Statt auf Wissen setze die fossile Industrie auf "Sehnsüchte" und das Wohlstandsversprechen - eine Strategie, die schwer zu durchbrechen sei. Neubauer lesen wir, plädiert für einen Perspektivwechsel: Klimaschutz müsse als Verlockung erzählt werden, nicht als Verzicht. Doch wie das gelingen kann, bleibt vage, moniert der Kritiker. Besonders spannend findet er Neubauers These, dass nicht nur politische Maßnahmen, sondern "eine andere Geschichte über den Sinn unseres Seins" nötig sei. Das Buch beginne mit anekdotischen Reflexionen, gewinne aber an Tiefe, wenn Neubauer diskursive Routinen der Bewegung hinterfragt, lobt Rabe. Ein kluger, wenn auch ernüchternder Beitrag zur Klimadebatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2025

Nicht überzeugend sind die Lektionen geraten, die Luisa Neubauer in diesem Buch der Klimabewegung erteilen möchte, findet Rezensent Oliver Jungen. Neubauer konstatiert, und soweit geht Jungen auch mit, dass die datenunterfütterten besseren Argumente der Umweltfraktion nicht gefruchtet haben. Als Lösung schlägt sie vor mehr auf Gefühle zu setzen und zu zeigen, dass die Abkehr von fossilen Brennstoffen zu einem besseren Leben führen kann, lesen wir. Leider zeigt sie dann, abgesehen von ein paar Gemeinplätzen über den Wert der Solidarität, nicht auf, kritisiert Jungen, wie dieses bessere Leben aussehen könnte, stattdessen läuft ihr Buch oft auf jene Rhetoriken des Vorschreibens heraus, die sie eingangs kritisiert. Außerdem weist Jungen auf den allzu verbissenen Tonfall des Buches hin, sowie auf einige Widersprüche in der Argumentation, etwa wenn es um ihre eigenen Flugreisen geht. Auch die kulturgeschichtlichen Überlegungen zur von Neubauer als Grundübel ausgemachten "Fossilität" bleiben, findet der Rezensent, auf halbem Weg stecken. Dabei wäre gerade hier mehr drin gewesen, und überhaupt findet Jungen es schade, dass das Buch so wenig ergiebig geraten ist. Vielleicht sollte die Klimabewegung doch erst einmal weiter auf harte Fakten setzen, empfiehlt er abschließend.

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