Seit die Schwedin Greta Thunberg systematisch die Schule geschwänzt hat, um gegen die aktuelle Klimapolitik zu demonstrieren, ist eine weltweite Bewegung entstanden. Vor allem Schüler und Studenten haben das Thema Klimaschutz auf die öffentliche Agenda gesetzt. Doch es wächst auch Kritik an der Bewegung. Clemens Traub, als ehemaliger "Fridays for Future"-Demonstrant weit davon entfernt, den Klimawandel zu leugnen, distanziert sich von seinen Altersgenossen der Klimabewegung. Seine These: Sie treibt die soziale Spaltung unserer Gesellschaft aktiv voran und riskiert einen Bürgerkrieg: Hier die gebildeten Klima-Eliten -- dort die tumben Umweltzerstörer. Wo ist der Raum für differenzierte Zwischentöne und einen sachlichen Meinungsaustausch? Klimapolitik muss sozial gerecht und vernünftig gedacht sein. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt riskiert, wird die Welt nicht retten. Eine Streitschrift.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2020
Jörg Thomann findet Clemens Traubs Streitschrift gegen RepräsentantInnen der FFF-Bewegung allzu brachial. Zu viele Ausrufezeichen, zu wenig Differenzierung, meint er. Dass der Autor auf seine eigenen Weggefährten wie Thunberg und Neubauer eindrischt und ihnen Anspruchsdenken und Fanatismus vorwirft, kann Thomann nicht überzeugen, auch wenn er die Bewegung an sich nicht unkritisch sieht. Statt fundierter Kritik aber bietet Traub verbissene "Schnellschüsse" ohne Ironie und spart nicht mit Ausrufezeichen. Nicht Thomanns Stil.
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