Mit einem Nachwort herausgegeben von Dieter Sudhoff.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.05.2001
Dieses jetzt veröffentlichte Romanfragment aus dem Nachlass des tschechischen Deutschen Ludwig Winder überzeugt den Rezensenten Hartmut Binder nicht wirklich - zumal er dem Ansatz des Herausgebers Dieter Sudhoff, den Text als authentische Beschreibung der Jugend von Winders Vater Max zu behandeln, zweifelhaft findet. Historische Quellen sprechen dagegen, so der Rezensent. Den ersten Teil des Buches, Max Winders Kindheit, findet Binder interessanter als den zweiten Teil, der dessen Studentenzeit schildert. Daran missfällt ihm vor allem, wie der Autor das Verhältnis zwischen deutschen Studenten und der tschechischen Bevölkerung darstellt. Entgegen Winders Einschätzung waren nicht alle Studenten deutschnational, so der Rezensent, sondern viele liberal, nicht zuletzt aufgrund ihrer jüdischen Herkunft. Dagegen sei die tschechische Bevölkerung oft antisemitisch eingestellt gewesen. Der Rezensent findet diese seiner Ansicht nach falsche Einschätzung Winders jedoch verständlich: schließlich habe der nationalsozialistische Terror seine literarische Existenz und seine Gesundheit zerstört.
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