Klappentext

Marlena, Mitte zwanzig, wohnt in Polen auf dem platten Land und ist zum Kummer ihrer Mutter noch immer nicht verheiratet. Dann verliebt sie sich plötzlich bis über beide Ohren in einen Amerikaner, der als Journalist über die Zeit nach dem Kommunismus berichtet. Marlena hat das Glück, zu lieben und geliebt zu werden, aber sie weiß es nicht, oder wenigstens: Sie kann es nicht glauben. Und so ähnlich geht es ihrem Geliebten auch, der schließlich nach Amerika zurückkehrt. Dass sie ein Kind erwartet, wird er nie erfahren. Ein melancholischer Schleier scheint über Marlenas Leben zu liegen; stets bricht etwas entzwei, ohne dass es eigentlich eine Schuld gibt oder gar einen Schuldigen. Alle sind schuldlos Schuldige: Liebende, die tragisch verkettet sind in Verhältnisse, die sie nicht durchschauen. Drei Männern begegnet Marlena, die jeder auf seine Weise ihrem Leben eine entscheidende Richtungsänderung geben. Ihr Weg führt sie aus dem Dorf nach Warschau, über eine Heiratsvermittlung in die Niederlande zu einem Bauern, Jahre später zurück nach Polen. Lot Vekemans erzählt aus drei Perspektiven über das Verlangen, seinem Leben eine Richtung zu geben, und über die unvorhersehbaren Folgen, die es hat, wenn man es wirklich wagt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2016

Dass die niederländische Theaterautorin Lot Vekemans exzellente Dialoge schreiben kann, hat Rezensent Martin Zingg vermutet. Dass sie darüber hinaus aber auch eine grandiose Erzählerin ist, beweist ihm Vekemans Debütroman "Ein Brautkleid aus Warschau". Erzählt wird die Geschichte von Marlena, die von ihrer Mutter zur Heirat gedrängt wird, sich in den polnischstämmigen Amerikaner Nathan verliebt, schwanger zurück in Polen bleibt und sich über eine Heiratsagentur mit einem holländischen Bauern vermählt, resümiert der Kritiker. Wie die Autorin ihre Geschichte über versäumte Träume und gescheiterte Kommunikation aus drei Perspektiven - Marlenas, ihres Mannes Andries und Nathans Großonkel Szymon - erzählt, die drei Episoden gekonnt miteinander verknüpft und doch alles in der Schwebe lässt, findet der Rezensent brillant.