In Polen ist nach acht Jahren an der Regierung die populistische PiS zwar abgewählt worden, will aber von der Macht nicht lassen. Den steinigen Weg vom PiS-Regime zur neuen, demokratischen Regierung von Donald Tusk analysiert der Warscher Politologe Klaus Bachmann in dieser Flugschrift. Seine These: "In dem allgemeinen Sektkorkenknallen und Triumphgeheul ging vollkommen unter, dass PiS zwar die Wahl verloren, aber die Macht nicht abgegeben hatte und das auch nach der Vereidigung der Regierung Tusk nicht tun würde. PiS wird an der Macht bleiben und die neue Regierung und ihre Parlamentsmehrheit mit einem wahrhaft teuflischen Dilemma konfrontieren: Wie macht man ein Land wieder demokratisch, ohne dabei gegen demokratische Grundprinzipien zu verstoßen?"
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2024
Insgesamt fühlt sich Rezensentin Viktoria Großmann von Klaus Bachmanns Buch über Aufstieg und - vorläufigen - Fall der polnischen PiS-Partei gut informiert und dabei sogar gut unterhalten, einige kritische Anmerkungen hat sie allerdings. Entlang des Buches zeichnet Großmann nach, wie die Partei ein Flugzeugunglück im Jahr 2010 dazu ausnutzte, an die Macht zu gelangen und, sobald dies gelungen war, damit begann, demokratische Strukturen zu schädigen. Der Truppe um Jarosław Kaczyński wird dabei wenig echtes politisches Talent bescheinigt, vielmehr geht Bachmann Großmann zufolge davon aus, dass der Erfolg einzig auf Glück und Brutalität beruht. Die Rezensentin ist sich nicht so sicher, sie meint, der anhaltende Wahlerfolg der Partei müsse auch andere Gründe haben. Sie nennt in diesem Zusammenhang den politischen Riecher der PiS-Leute für Themen, die die Menschen bewegen, sowie komplexe PiS-Korruptionsnetzwerke. Gut und eingängig geschrieben ist das durchweg, so Großmann, die allerdings eine Reihe von Flüchtigkeitsfehlern im Text moniert.
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