Ausgewählt und redigiert von Barbara Maier, Franz V. Spechtler und Peter Handke. Es gibt nicht viele Verleger, die Bücher in zwei Sprachen herausgeben. Der Wieser Verlag in Klagenfurt veröffentlicht Bücher in deutscher und in slowenischer Sprache. Sein Inhaber ist Lojze Wieser. Er hat sich seit zweieinhalb Jahrzehnten in die europäischen Belange eingemischt. Aus dieser Zeitspanne stammen seine Essays und Reden, die Interviews und Aufrufe, die der Band als Zeugnisse engagierten Büchermachens, engagierter Zwei- und Mehrsprachigkeit, engagierten Bekenntnisses zu einer europäischen Multikultur vereint.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2004
Ein "authentisches Arbeitsjournal" erblickt der "Jdl." zeichnende Rezensent in diesem Band, der ausgewählte Essays, Interviews und Reden des Verlegers Lojze Wieser versammelt. Er würdigt Wieser als "Grenzverleger", der beständig das Ziel verfolge, mit Reihen wie "Europa erlesen" oder der "Enzyklopädie des europäischen Ostens" "Grenzen zu verschieben, sie zu verlegen, wo immer sie sich als Hindernis der Verständigung erweisen." Als Thema des vorliegenden Bandes nennt der Rezensent die Mühen Ostmitteleuropas, die Wieser "detailreich und beharrlich" untersuche - von den Unerklärlichkeiten der Balkankriege bis zur kulturellen Notwendigkeit einer Verständigung über Sprachgrenzen hinweg. Als Slowene im "deutschtümelnden Kärnten" zu leben, so der Rezensent, habe Wiesers Blick für Engstirnigkeiten verlässlich geschärft. "Wer nur von der einheimischen Kultur was versteht", zitiert er den Verleger abschließend, "der versteht auch von dieser nichts."
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