Milka Hartman

Der Frost verspinnt die Beete mir mit feinen Netzen

Cover: Der Frost verspinnt die Beete mir mit feinen Netzen
Drava Verlag, Klagenfurt 2007
ISBN 9783854355076
Gebunden, 159 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler und Andrej Leben, mit einem Nachwort von Andrej Leben. Schon zu Lebzeiten wurde die 1902 geborene Dichterin Milka Hartman als Ikone der kärntner-slowenischen Volkskultur verehrt, hunderte ihrer Gedichte fanden Eingang in das Repertoire von Chören, Folkloregruppen, Cantautoren, Jazzformationen. Ihr unermüdliches Engagement für Volksbildung und Volkskultur, die Bescheidenheit, sich selbst als Stimme einer Gemeinschaft zu verstehen, der sie sich durch Sprache, Religion, Tradition, (Leidens-)Geschichte und erwachendes Selbstbewusstsein zutiefst verbunden fühlte. Dem gegenüber, oder an der Seite, aber steht jene Lyrik, in der sich Milka Hartman in einer originären, poetisch-literarischen Sprache als ein zunehmend von Einsamkeit, Zweifeln, manchmal Verzweiflung bedrängtes Ich zu erkennen gibt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2008

Höchst bedeutsam findet Rezensent Uwe Stolzmann diese erste Edition der Gedichte der 1997 verstorbenen, slowenisch schreibenden Kärntner Lyrikerin in deutscher Sprache, die der Rezensent auch als "panslawische Patriotin und eine volkstümliche, naive Dichterin" vorstellt. Für den Rezensenten spiegelt sich in Hartmans Leben, die ihren Unterhalt als Hauswirtschaftlehrerin erwarb, viel vom Schicksal dieser Volksgruppe wider. Da sei zum einen die sehr subjektive und schwermütige Lyrik, hinter der man die Sehnsucht einer einsamen Frau nach der heilen bäuerlichen Welt ihrer Kindheit spüre, volksliedhafte Arbeiten von großer Melancholie. Dann gebe es aber noch einen sehr plakativen, mitunter pathetisch anmutenden, politischen Teil, der sich mit dem Schicksal der Slowenen unter den Nazis befasst, die einen Bruder und den Vater der Dichterin ermordeten. Nicht alle Gedichte mögen literarischen Ansprüchen genügen, meint der Rezensent, der sie als kulturgeschichtliche Dokumente und Spiegelbilder der Schrecken des letzten Jahrhunderts aber nichtsdestotrotz bedeutend findet.
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