Klappentext
Aus dem Arabischen von Larissa Bender und Leonie Nückell. "Was haben Sie am 7. Oktober 2023 gemacht?" Diese Frage stellte die Autorin und Journalistin Samar Yazbek in Katar Hunderten von Geflüchteten aus dem Gazastreifen. Während mehrerer Monate im Jahr 2024 erzählen ihr Männer, Frauen und Kinder zwischen 13 und 65, was sie in diesem Krieg erlebt haben. Ihre Geschichten wirken wie Albträume über unvorstellbare Verluste von Leben, Familie, Heimat und elementarer Würde. Die Überlebenden sind entschlossen, ihre Geschichte und die Schicksale ihrer Angehörigen mit der Welt zu teilen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.02.2026
Mitreißend findet Rezensentin Stephanie von Oppen die hierin versammelten Zeitzeugenberichte von Überlebenden des Gaza-Krieges. Die syrische Journalistin und Autorin verbrachte fast vier Monate in einem Rehabilitationszentrum in Katar und befragte Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen, lässt uns die Kritikerin wissen. Alle berichten von den zahlreichen schweren Verletzungen und unvorstellbaren Verlusten, die der Konflikt verursacht, die Lebensträume, die er zerstört habe. Da die Autorin in ihrem Bestreben, so genau wie möglich die subjektiven Erfahrungen der interviewten Personen zu dokumentieren, auf politische Fragen verzichtete, klafft die Abwesenheit der Hamas als verwirrende Leerstelle im Text, bemerkt von Oppen. Doch dafür strahlt aus jedem der Berichte eine "ungläubige Verzweiflung", getragen von den guten Erinnerungen an vergangene Zeiten, die die Rezensentin letztendlich als Zeichen der Hoffnung begreift - geäußert von Stimmen, die es verdienen, gehört zu werden.
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