Lizzie Doron

Der Anfang von etwas Schönem

Roman
Cover: Der Anfang von etwas Schönem
Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783633542277
Gebunden, 257 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Dass am Ende einer Sendung im israelischen Rundfunk plötzlich ein "Schlager aus dem Lager" gespielt wird, hat Folgen. Und eine Vorgeschichte: Die dafür verantwortliche Amalia Ben Ami ist mit dem Lied "Schweig still, mein Kind, hier wachsen Gräber" aufgewachsen, ebenso Chesi und Gadi, die beiden Männer, die sie seit der gemeinsamen Kindheit in einem Tel Aviver Viertel lieben. Alle drei sind Kinder von Überlebenden der Shoah. Jetzt, vierzig Jahre später, führt dieses Lied Amalia und Chesi wieder zusammen. "Wir sind ein Wunder, hörte ich Chesi sagen. Wir sind der Anfang von etwas Schönem." Amalia macht sich Hoffnungen, fährt nach Europa, doch statt Chesi in Paris zu heiraten, wie sie sich das ausgemalt hatte, wird sie von ihm für sein Herzensprojekt eingespannt, das polnische Judentum wiederzubeleben. Amalia kehrt nach Israel zurück, allein, mit nichts als Grabsteinstücken aus dem Geburtsstädtchen von ihrer und Chesis Mutter im Gepäck.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2008

Sehr eingenommen zeigt sich Rezensent Carsten Hueck für Lizzie Dorons neuen Roman, in dessen Mittelpunkt er Amalia, Chesi und Gadi sieht, Kinder von Holocaust-Überlebenden, inzwischen Mitte 50 und beruflich höchst erfolgreich, aber auch fragmentiert, ohne Halt, auf der Suche nach einem Lebenssinn und unfähig zum Glück in der Gegenwart. Ihr Leben scheint Hueck lesbar als "fortwährender Reflex auf die Erfahrungen der Eltern." Bizarr wird die Sache für ihn, als Chesi den Plan fasst, das jüdische Leben in Europa wiederherzustellen und mit seinen Helfern nachts durch polnische Wälder kriecht, um Reste jüdischer Gräber einzusammeln. Er schätzt die Lakonie der Autorin und ihren Sinn für Situationskomik, ihren Sarkasmus, ihr Temperament und ihren Sinn für symbolische Bilder. Bisweilen findet er den Roman recht satirisch, letztlich verdeutlicht er in seinen Augen aber, "dass die beschriebene 'Verrücktheit' zwangsläufige Folge der monströsen Verzerrung der Welt durch den Holocaust ist".
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