Was Frauen im Iran denken und schreiben dringt kaum nach Europa durch. Dieses Buch eröffnet einen Zugang zum Alltagsleben der Frauen im Iran. Abid gewährt Einblicke, die den Vorstellungen von der stummen Frau im islamischen Staat ein Bild weiblicher Stärke entgegenhalten. Mit Beispielen aus iranischen Zeitschriften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.08.2001
Lise J. Abid beschreibt den dornenreichen, aber entschiedenen Weg der iranischen Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung - am Beispiel von Journalistinnen und Frauenzeitschriften. Sie geht dabei zum einen historisch vor, untersucht die Presse als - in den Worten des Rezensenten Ahmad Taheri - "Barometer des politischen Klimas". Im Mittelpunkt stehen einzelne Zeitschriften, etwa Zan-e-rus, die nach der Islamisierung einen Wandel von der Illustrierten für die "städtische Schickeria" zu politischen Schwerpunkten und langsam wieder zurück durchmachte. Es gibt ein ausführliches Porträt der Polit-Aktivistin und abgelehnten Präsidentschaftskandidatin A'zam Taleghani und im Epilog den Hinweis auf die neuerlichen Attacken der Konservativen gegen die Reformer, unter denen auch die Frauenzeitschriften zu leiden haben, wie der Leser erfährt. Der Rezensent hält Abids Versuch, "Zeitungsgeschichte als Zeitgeschichte" zu schreiben, für vollauf gelungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2001
Alexandra Senfft lobt dieses Buch als einen "wichtigen Beitrag zur Aufklärung", in dem endlich einmal gezeigt werde, dass Emanzipation auch im Islam möglich ist. Überhaupt sieht die Rezensentin hier mit zahlreichen Vorurteilen aufgeräumt und präsentiert eine ganze Liste von weiblichen Errungenschaften und Fortschritten im Iran: Die Alphabetisierung habe enorm zugenommen, Frauen könnten Pilotin, Busfahrerin und Regisseurin werden, und sogar der Tschador wird gelobt, weil er auch Mädchen aus traditionsgebundenen Familien eine Bildung außer Haus ermögliche. Senffts Rezension liest sich beinahe wie eine Erfolgsgeschichte von iranischen Frauen, in der Probleme eher nebensächlich zu sein scheinen. Lediglich bei ihrer Anmerkung, die Autorin hätte auch die "säkulare und progressive Exilpresse und Internetpublikationen" in ihre Untersuchung mit einbeziehen sollen, um die Haltung derjenigen Iraner deutlich zu machen, "die sich mit dem islamischen System nicht identifizieren", klingt etwas Kritik durch.
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