Amir Hassan Cheheltan

Der Kalligraf von Isfahan

Roman
Cover: Der Kalligraf von Isfahan
C.H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406683459
Gebunden, 347 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Aus dem Persischen von Kurt Schaf. In seinem Roman "Der Kalligraf von Isfahan" erzählt Amir Hassan Cheheltan von Isfahan im Jahre 1722, von Überleben, verbotener Liebe und Flucht, von Krieg und Hunger und vom Zusammenprall verschiedener religiöser Kulturen, vom ewigen Kampf fundamentalistischer Asketen gegen Wein, Musik und Tanz, Poesie und deren Wahrheit. Ein Manuskriptfund führt den Erzähler der Rahmenhandlung zurück in die Vergangenheit: Es sind die letzten Monate der Herrschaft der persischen Safawiden, die ihre Hauptstadt Isfahan zur prächtigsten Stadt der Welt ausgebaut haben und Handelsbeziehungen in die ganze Welt unterhalten. Aber vor den Toren der Stadt stehen afghanische Stammeskrieger und drohen sie zu erobern. Und es ist die Geschichte von Allahyâr, dem Enkel des berühmten Kalligraphen von Isfahan, eines alten Sufis und Wundertäters, der das einzige Exemplar von Rumis mystischem Hauptwerk besitzt. Für die strengen Mullahs, die bald allein herrschen werden, ebenso ketzerisch wie ein kleiner Teppich, in den das Bild einer nackten Europäerin eingeknüpft ist, der Französin Marie Petit. Sie ist Allahyârs Mutter…

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2015

Rezensentin Susan Vahabzadeh liest Amir Hassan Cheheltans historischen Roman als Landkarte, die der Leserin Iran zu verstehen helfen könnte. Weniger die historischen Schlachtendetails des nachgezeichneten Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten sind es, die Vahabzadeh besonders in Bann ziehen, als die genaue Zeichnung von Menschen und ihren Lebensumständen im Iran des 18. Jahrhunderts. Über Essen, Gerüche, Geschmack und Kunst und Sinnlichkeit oder wie es im Badehaus zugeht, liest die Rezensentin. Die Geschichte des Überlebenskünstlers Allahyar, sein Leben bei den Großeltern und seine erotischen Fantasien schildert der Autor laut Vahabzadeh sinnenfroh und großzügig. An eine Veröffentlichung des Textes in Cheheltans Heimat glaubt sie eher nicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2015

Dass der historische Roman von Amir Hassan Cheheltan im Iran nicht erscheinen durfte, wundert den Rezensenten Stefan Weidner nicht. Zu kritisch, meint er, stellt der Autor die schiitische Geistlichkeit dar, wenngleich auch im Jahr 1722 in Isfahan. Für deutsche Leser ist das Buch allerdings ein Geschenk, findet Weidner. Und zwar gerade deswegen, weil der Autor eben keinen Schmöker a la "Der Medicus" vorlegt, sondern einen ambitionierten, beunruhigenden Text, der statt auf Action und Kolorit eher auf die Darstellung moralischen Verfalls und die Beschreibung der Abgründe der menschlichen Seele Wert und legt. Darin allerdings ist der Autor ein Meister, versichert der Rezensent.

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