Linus Reichlin

Der Assistent der Sterne

Roman
Cover: Der Assistent der Sterne
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2009
ISBN 9783869710037
Gebunden, 379 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Hannes Jensen, ehemaliger Inspecteur der Polizei von Brügge, hat einen fatalen Fehler gemacht: Während eines Seminars in Island schläft er mit einer Frau, die er kaum kennt. Als er nach Brügge zurückkehrt, zu Annick, die er liebt, trägt er am Hals noch die Spuren jener Nacht in Island: Die Frau hat ihn gebissen, und dieser Liebesbiss entzündet sich. Jensen versucht, ihn mit einem Kaschmirschal zu verdecken. Annick den Fehltritt zu gestehen, hält er für schädlich: Es würde nur ihre Beziehung gefährden, die ohnehin auf wackligen Füßen steht. Außerdem hat Annick im Augenblick andere Probleme, in die sie Jensen nach seiner Rückkehr einweiht: Ihrer besten Freundin geht es nicht gut. Ein Feticheur, ein afrikanischer Wahrsager, hat ihr prophezeit, dass ihre einzige Tochter von einem Mann getötet werden wird, der ein Mal am Hals trägt. Jensen, als leidenschaftlicher Hobby-Physiker, glaubt nicht ans Schicksal. Seiner Meinung nach ist das Leben eine Abfolge von Zufällen, nichts ist vorbestimmt. Aber die Ereignisse der nächsten Tage lassen ihn an seinem Weltbild zweifeln. Es scheint, als bekomme der Feticheur mit seiner Prophezeiung recht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.05.2010

Ursula März hat gebannt diesen Roman gelesen, der, wie sie schreibt, einen kriminalistischen Plot mit der "kleinen physikalischen Philosophie der Schicksalslehre" verknüpft. Der 1957 geborene Autor lote in seiner Geschichte über eine schwangere Blinde mit Biss am Hals und einen belgischen Physikprofessor den Bereich zwischen Wahrscheinlichkeit und Unwahrscheinlichkeit aus. Viel erfahren wir nicht über das Buch, spüren aber zwischen den Zeilen jede Menge Leselust knistern. Und intellektuelles Vergnügen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2009

Offenbar gefesselt hat Richard Kämmerling den zweiten Kriminalroman von Linus Reichlin gelesen, der sich, wie schon sein Erstling "Die Sehnsucht der Atome", mit philosophisch-wissenschaftlichen Fragestellungen herumschlägt. Der mittlerweile vom belgischen Kriminaldienst pensionierte Hobbyphysikers Hannes Jansen sieht sich mit einem von einem afrikanischen Wahrsager vorhergesagten Mord konfrontiert, zu dessen Hauptverdächtigen er unversehens gerät, erklärt der Rezensent. Für einen gewöhnlichen Krimi fährt der Autor ziemlich viele Zufälle auf, in seiner Versuchsanordnung, die Magie versus Wissenschaft und den freien Willen gegen das Vorherbestimmte stellt, folgt ihm der Leser durchaus gespannt, versichert Kämmerlings. Damit stellt sich Reichlin zu der Gruppe von Krimiautoren, die die "Zweckformen" des Krimigenres mit "philosophischen oder theologischen Fragestellungen" weit hinter sich lässt, rühmt der Rezensent.
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