Frank Schulz

Onno Viets und der Irre vom Kiez

Roman
Cover: Onno Viets und der Irre vom Kiez
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2012
ISBN 9783869710389
Gebunden, 368 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Was passiert, wenn einer wie Onno Viets zum ersten Mal in seinem Leben eine richtig gute Idee hat? Onno, Mitte 50, Hartz IV-Empfänger, Noppensockenträger und ungeschlagener König einer Hamburg-Eppendorfschen Pingpong-Runde, bekennender Nicht-Schwitzer, leicht phobisch, hat das Finanzamt im Nacken, den Geburtstag seiner Frau Edda vor Augen und eine Eingebung aus dem Fernsehen: Er wird Privatdetektiv! Seine geplagten Sportsfreunde vom Tischtennis ahnen Ungutes. Aus langjähriger Erfahrung. Dennoch verhilft einer von ihnen Onno zu seinem ersten Fall: Der Popmagnat Nick Dolan argwöhnt Untreue seiner aktuellen Flamme, Onno soll ein Beweisfoto von ihr und dem Liebhaber liefern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2012

Öff, öff, Hammer, Diggär! Das ist der Heimatdichter, wie er leibt und lebt, meint Oliver Jungen schwer begeistert. Den neuen Roman von Frank Schulz nennt er eine Realsatire mit jeder Menge grotesken Elementen. Vor allem aber haut ihn Schulzens Talent um, über unglaubliche Umwege schließlich doch zu einem Gesamtbild zu gelangen, in das sich alle meisterlichen Abschweifungen rückwirkend klasse einpassen. Worum es geht? Um einen echten Antihelden, der eigentlich nichts richtig kann, bei Schulz jedoch Superkräfte entwickelt. Soviel. Der Rest ist Stil, meint Jungen, und was für einer! Hoch- und Spaßkultur, versichert er, kann wohl keiner so gekonnt in einem Buch vereinen wie dieser Autor: Krachende Kalauer, uns Dieter Bohlen, Kiez-Jargon und gespreizte Hochsprache. Und was hier Authentisch, was Ausgedacht ist, vermag der Rezensent ohnehin kaum noch zu unterscheiden.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2012

Jörg Magenau möchte auch nach der Lektüre von "Onno Viets und der Irre vom Kiez" Frank Schulz nicht als Nachfolger von Arno Schmidt bezeichnen, trotz einiger gelungener Wortspiele. Den Anfang des Romans findet er noch originell: der Autor beschreibt einen Videoclip von einem nackten Riesen, der, bestückt mit Metallhörnern und kruden Tätowierungen, auf der Außenalster ein Schiff kapert. Der Privatdetektiv, den Schulz neben ihm ins Rennen schickt, ist ein Quereinsteiger, der sich für seine Ermittlungen an einem Ratgeber aus dem Internet orientiert. Die daraus entwickelte Geschichte findet Magenau dann aber dürftig, und weder durch die Sprachschöpfungen und -spielereien des Autors will der Rezensent sich darüber hinwegtäuschen lassen noch durch die "liebevoll" nachbuchstabierten Dialekte.
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