Ein Mörder, der weint. Kimmo Joentaa auf der Suche - nach einer unbekannten Toten, einer namenlosen Geliebten und einem Mörder, der sympathischer ist als seine Opfer. Der Mord an einer ohnehin todgeweihten Frau stellt die Polizei im finnischen Turku gleich vor mehrere Rätsel: Wer dringt in ein Krankenhaus ein, um eine Komapatientin zu töten? Und was ist das für ein Mörder, der auf dem Bettlaken des Opfers eine einzige Spur hinterlässt - eine Substanz, die die Kriminaltechnik nach kurzem Zweifel als Tränenflüssigkeit identifiziert. Eigentlich müsste Kimmo Joentaas ganze Aufmerksamkeit dem Versuch gelten, die ungewöhnliche Tat aufzuklären - aber der junge Ermittler hat gerade eine andere, für ihn viel existentiellere Sorge: Larissa, die Frau, die unvermutet wieder Licht in sein von Trauer verschattetes Leben brachte, ist spurlos verschwunden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2011
Schon der Anfang von Jan Costin Wagners neuem Kimmo-Joentaa-Romas prägt sich der Rezensentin Sandra Kegel tief ein. Gleich zu Beginn entfaltet Wagners Fähigkeit, unaufgeregt die intimsten Seelenregungen seiner Figuren zu vermitteln, ohne dabei zu psychologisieren, ihren Reiz. Wagners Einfühlungsvermögen, erklärt Kegel, gilt dem empfindsamen Täter, der über seinem Opfer Tränen vergießt, ebenso wie dem Ermittler, der mit diesem neuen Fall an einen zurückliegenden persönlichen Schmerz erinnert wird - für die Rezensentin eine faszinierende Konstellation. Kegel erscheint das Buch so besonders, weil es weit über das Krimi-Genre hinausweise. Nicht die Greuel, sondern was sie bewegen, interessiere den Autor, nicht der Tod, sondern die Leere, die er bei den Lebenden hinterlasse, schreibt sie.
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