Jan Costin Wagner

Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Ein Kimmo-Joentaa-Roman
Cover: Sakari lernt, durch Wände zu gehen
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783869710181
Gebunden, 240 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Die Macht des Todes - die Kraft des Lebens. Auf dem Marktplatz der finnischen Stadt Turku steigt ein junger Mann in einen Brunnen. Er ist nackt und offenbar verwirrt. Und er hat ein Messer bei sich. Im Nachhinein kann sich niemand so recht erklären, warum einer der herbeigeeilten Polizisten ihn erschossen hat - vor allem nicht der Schütze selbst. Er versucht, mehr über den jungen Menschen zu erfahren, dem er das Leben genommen hat, und wendet sich hilfesuchend an seinen Kollegen Kimmo Joentaa. Kimmo, inzwischen selbst alleinerziehender Vater einer Tochter, sucht die Eltern des Toten auf - und stößt auf Spuren einer Katastrophe, die nicht nur das Leben des Jungen aus dem Brunnen, sondern das zweier Familien tragisch und tiefgreifend verändert hat. Kimmo Joentaa beginnt, die losen Fäden zu verknüpfen. Und er begreift, dass diese Ermittlung ihn vor allem mit der Frage konfrontiert, woran Menschen sich in unserer Welt festhalten können, wenn schlimmste Befürchtungen wahr werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.11.2017

Sylvia Staude ist schwer beeindruckt von Jan Costin Wagners Romankunst. Kaum noch Krimis sind das, meint sie, eher Etüden über Verlust, Schmerz und das Weitermachen. Dass Wagners Ermittler Kimmo Joentaa im finnischen Turku kaum noch etwas zu ermitteln hat, stört Staude nicht. Denn auch beim Baumhaus-Bau oder Nudelsauce-Zubereiten ist Joentaa zu gebrauchen. Den perspektivischen Sprüngen im Text kann Staude gut folgen, und ein Happy End vermisst sie überhaupt nicht.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 10.11.2017

Rezensent Elmar Krekeler freut sich über ein Wiedersehen mit Jan Costin Wagners "Schmerzensmann" Kimmo Joentaa. Ohnehin gehören Wagners Bücher für ihn zu den "schönsten" skandinavischen Kriminalromanen. Denn auch wenn es in diesem Fall um Sakari, der beim Versuch, sich mit einem Messer in einem Brunnen umzubringen, von einem Polizisten erschossen wird, um Familientragödien und tief verborgene Trauer geht, möchte der Kritiker Wagners messerscharfe Sätze am liebsten stets parat haben. Und wie sich der Autor in die Seelen seiner Helden gräbt, ringt dem Rezensenten größte Anerkennung ab. Eine meisterhafte "Studie in Blau", lobt er.
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