Lingyuan Luo

Die chinesische Delegation

Roman
Cover: Die chinesische Delegation
dtv, München 2007
ISBN 9783423245654
Kartoniert, 260 Seiten, 14,50 EUR

Klappentext

Wenn eine chinesische Delegation von hohen Beamten, Funktionären und Unternehmern nach Berlin kommt, um an einer Konferenz teilzunehmen, und nebenbei noch in vierzehn Tagen halb Europa kennen lernen möchte, dann sind Konflikte vorprogrammiert. Besonders, wenn die meisten Teilnehmer diese Tour de force noch nie aus ihrer Heimatstadt Ningbo herausgekommen sind und die Reiseleiterin eine sehr selbstbewusste junge Frau ist, die schon jahrelang in Deutschland lebt. Ob es um eine verlorene Brieftasche geht oder um einen heimlichen Besuch im Rotlichtviertel von Amsterdam, die junge Song Danya hat alle Mühe, die Reisegruppe zusammenzuhalten. Besonders der machtbewusste Parteisekretär Wang Jian, der gewohnt ist, dass alle seine Anweisungen augenblicklich befolgt werden, und den die anderen nur den "Kommandanten" nennen, macht ihr das Leben schwer. Es kommt zu einem regelrechten Machtkampf, der zum Glück nicht tragisch endet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2007

Wohlwollend beurteilt Hardy Reich diesen ersten Roman der in Deutschland lebenden chinesischen Schriftstellerin Luo Lingyuan. Bei der Geschichte über eine chinesische Delegation, die in 19 Tagen durch halb Europa reist, setzt die Autorin in seinen Augen vor allem auf Komik - ganz im Unterschied zu ihrem Erzählband "Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock!", den die Kritik wegen der realistischen Schilderung des brutalen chinesischen Alltags lobte. Reich sieht neben der sonderbaren chinesischen Mischung von kommunistischem Glauben und krass kapitalistischem Handeln vor allem die Begegnungen der Chinesen mit Europa thematisiert, bei denen es natürlich zu etlichen amüsanten Missverständnissen und Problemen kommt. Lingyuans einfache, "klare, direkte Sprache" scheint Reich gut zur Art der Geschichte passend. Nicht verhehlen will er, dass das Buch vom thematischen Interesse lebe, das hierzulande an China und den Chinesen herrsche. Was er nicht weiter schlimm findet, zumal die Autorin aus ihrer persönlichen Erfahrung mit den Verhältnissen in zwei Teilen der Welt schöpfen und diese den "deutschen Lesern ohne die Zwischenschaltung eines Übersetzers" vermitteln kann.