Mit Erzählungen von Fan Wu, Qi Ge, Yiyun Li, Ma Jian, Wu Chenjun, Xiaolu Guo, Sheng Keyi, Ha Jin, Li Dawei, Luo Lingyuan, Li Er und Zhu Wen. Die chinesische Literaturszene blüht - innerhalb und außerhalb der Volksrepublik. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Autoren von sich reden gemacht, die zwar in China aufgewachsen sind, aber seit Jahren in Europa oder in den USA leben und über China schreiben. Parallel dazu ist in China eine experimentierfreudige Autorengeneration herangewachsen, die viel Lust am Erzählen hat. Der Alltag in den Metropolen und in der Provinz, das Leben in der Heimat und in der Emigration, Familienbande, Freundschaften und Liebesbeziehungen, tief verwurzelte Traditionen und Träume von einer selbstbestimmten Zukunft - dies sind die themen der vorliegenden Erzählungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2010
Einen guten Einblick in die chinesische Prosa der Gegenwart bietet dieser Frank Meinshausen und Anne Rademacher herausgegebenen Band nach Ansicht von Rezensent Oliver Jungen. Die Erzählungen reflektieren für ihn subtil und bisweilen poetisch den Umgang mit den Zwängen des staatskapitalistischen Systems in China. Eine große Rolle spielen in seinen Augen Themen wie Liebesbeziehungen und individuelle Befreiung. Jungen hebt die Vielfalt unterschiedlicher Stile und Perspektiven bei den Erzählungen hervor. Gleichwohl verschweigt er nicht, dass kalkulierte Prosa nach Art des amerikanischen Creative-Writing in dem Band überwiegt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2009
Rezensent Ludger Lütkehaus findet es zwar etwas gewagt, durch die Wahl des Titels als Referenzpunkt dieser Anthologie den wohl berühmtesten chinesischen Roman "Der Traum in der Roten Kammer" ins Visier zu nehmen. Trotzdem geht die Rechnung aus seiner Sicht auf, da der Begriff "Rote Kammer" hier inhaltlich wie symbolisch deutlich weiter gefasst sei. Entsprechend weit ist Lütkehaus zufolge das Spektrum der Beiträge. Bekannte und weniger bekannte chinesische Autoren - in China, den USA oder in Deutschland lebend - schilderten den chinesischen Alltag aus der Innen- und Außenperspektive, wobei speziell Ma Jians groteske "Hass- und Liebesgeschichte" "Totentanz" den Rezensenten zu einem hymnischen Schlusssatz inspiriert.
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