Aus dem Chinesischen von Thekla Chabbi. Kong Fanhua, selbstbewusste Dorfbürgermeisterin in der Provinz Henan, möchte bei den anstehenden Wahlen in ihrem Amt bestätigt werden. Eigentlich eine reine Formsache. Doch dann gefährdet die außerplanmäßige Schwangerschaft einer Bäuerin ihre Wiederwahl. Fanhua müsste die Frau gemäß der staatlichen Bevölkerungspolitik zur Abtreibung zwingen, aber Xue'e, die bereits zwei Töchter hat und nun unbedingt einen Sohn gebären möchte, ist verschwunden. Das Leben im Dorf nimmt - in all seinen tragikomischen Facetten - seinen Lauf, aber Fanhua setzt alles daran, die Frau zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2008
Sehr sachlich beschreibt Steffen Gnam seine Lektüreeindrücke zu diesem Roman aus der Feder Li Ers. Der chinesische Autor ist für ihn eine Ausnahme, weil er die durch den "kapitalistischen Wertewandel" entstehenden Konflikte im ländlichen China als Sozialsatire darstellt. Geburtenkontrolle als zentrales Thema - das findet der Rezensent bemerkenswert. Die Charaktere, an denen der Autor die Gegensätze zwischen Tradition und Moderne nach dem "Verlust der marxistisch-leninistischen Leitideologie" illustriert, erscheinen ihm in ihrem Opportunismus treffend, der Wandel "drastisch" gezeichnet. Für Gnam entsteht so eine "instruktive China-Chronik".
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